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Oliver Neuville hat insgesamt 69 Länderspiele für Deutschland absolviert

Von Reinhard Franke

Der frühere Nationalspieler Oliver Neuville glaubt vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Ukraine in Warschau (Sa., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) an die DFB-Elf.

"Deutschland wird schon gewinnen, aber es wird alles andere als leicht. Polen hat auch klasse Spieler wie Bayerns Robert Lewandowski. Auf ihn muss man immer aufpassen", sagt der 41-Jährige im Gespräch mit SPORT1. "Auch wird die Atmosphäre in Warschau bestimmt großartig sein. Natürlich will jetzt jeder den Weltmeister schlagen, aber mit der Qualität muss Deutschland das eigentlich schaffen."

Neuville denkt gerne zurück an die WM 2006 in Deutschland und erklärt dabei die Unterschiede zwischen der damaligen Mannschaft und dem Weltmeisterteam von 2014: "Das System hat sich etwas geändert. Die meisten spielen heute 4-2-3-1 und mit einer falschen Neun. Wir haben damals mit zwei echten Stürmern gespielt und es wurde mehr geflankt."

In diesem Sommer sei zudem der Kader breiter gewesen, so Neuville: "Ein Mario Götze saß im Finale auf der Bank, kommt rein und macht das entscheidende Tor. Und Marco Reus war sogar zu Hause. Verletzungen konnten viel leichter kompensiert werden."

Der 370-fache Bundesliga-Spieler denkt immer noch gerne an das Sommermärchen im eigenen Land. "Es war einfach unbeschreiblich schön. Ich erinnere mich immer wieder gerne zurück. Wir hatten in der Mannschaft eine super Stimmung - auf und neben dem Platz haben wir einfach super harmoniert."

Neuville traf 2006 kurz vor Schluss gegen Polen in der WM-Gruppenphase zum 1:0 und ebnete den Weg für ein umjubeltes Turnier im eigenen Land. "Das Spiel gegen Polen in Dortmund werde ich nie vergessen. Die Atmosphäre war sensationell, es waren auch 20.000 polnische Fans im Stadion."

Und weiter: "Wir hatten im gesamten Spiel so viele Chancen, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Mit der letzten Aktion vor dem Abpfiff habe ich schließlich das Tor gemacht."

Der Treffer sei nicht der wichtigste seiner Karriere gewesen, sondern "der emotionalste". Neuville: "Was danach im Stadion abging, war einfach unfassbar. Ich hätte die ganze Welt umarmen können. Viele sagen immer, dass mit diesem Tor das Sommermärchen begann."

Neuville war rund zehn Jahre Nationalspieler. Wehmut überkommt ihn im Rückblick aber nicht: "Ich denke gerne zurück. Ich hatte tolle Momente in der Nationalelf, war auch 2008 im EM-Finale dabei. Es waren zwar nur acht Minuten, aber ich war dabei. Und ich war da immerhin schon 35 Jahre alt. Für Deutschland zu spielen ist immer das Größte, was es gibt. Das war so und bleibt immer so.

In der Zeit von 1998 bis 2008 absolvierte Neuville 69 Länderspiele für Deutschland. Er spielte in seiner Karriere für den FC Locarno, Servette Genf, CD Teneriffa, Hansa Rostock, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Arminia Bielefeld.

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