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Ohne Großkreutz, mit Bellarabi: Joachim Löw nominiert den Kader für die EM-Qualifikationsspiele in Polen (11. Oktober) und gegen Irland (14. Oktober, beide im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm). Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund) muss zuschauen, dafür sind Debütant Karim Bellarabi (Bayer Leverkusen) und Rückkehrer Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) dabei. SPORT1 zeigt die 23 Nominierten

Bundestrainer Joachim Löw wird auf die aktuelle Diskussion über die zu hohe Belastung der Profis reagieren und seinen Weltmeistern zum Jahresabschluss eine Pause gönnen.

"Wir dürfen die Schraube nicht überdrehen. In den letzten Jahren habe ich bewiesen, dass ich in Testspielen oder gegen die ganz kleinen Nationen vermehrt rotiert oder Spieler weggelassen habe", sagte Löw am Montag in Essen.

Löw ließ dabei durchblicken, dass er bei den beiden letzten Länderspielen des Jahres in der EM-Quali gegen Fußballzwerg Gibraltar in Nürnberg (14. November) und beim Test in Vigo gegen Spanien (18. November) zahlreiche Weltmeister schonen wird.

Wie zuletzt Teammanager Oliver Bierhoff verwahrte sich nun aber auch der Bundestrainer gegen die Argumentation, die Verbände würden die Profis mit einer zu hohen Zahl an Länderspielen ausbeuten.

"Die Belastung ist zu hoch, stimmt. Aber nicht wegen der Länderspiele, da gibt es nicht mehr als vor zehn oder fünf Jahren", sagte er.

Vielmehr müssten den Spielern nach großen Turnieren längere Pausen eingeräumt werden.

Stattdessen sei es so, dass die Stars nach höchstens drei Wochen Urlaub in Supercup- oder Pokalspielen ran müssten, und nach nur drei bis vier Wochen Vorbereitung in der Liga.

Er halte es für "dramatisch", wenn Spieler diesem Rhythmus über Jahre ausgesetzt werden, betonte Löw.

Zuletzt hatte sich in Toni Kroos erstmals auch ein deutscher Weltmeister kritisch zum Thema geäußert.

Kroos regte in der "Welt am Sonntag" an, "den Spielplan zu überdenken, der eindeutig zu voll ist".

Karl-Heinz Rummenigge, der die Diskussion mitbegründet hatte, nahm diesen Vorschlag direkt auf.

"Wir müssen einen besseren Spielplan entwickeln. Besser heißt für mich, dass nach einer Europa- oder Weltmeisterschaft den Profis ausreichend Regeneration gewährt wird", sagte der Vorsitzende der Europäischen Klub-Vereinigung ECA bei "goal.com".

Rummenigge forderte "mindestens vier Wochen Urlaub" nach Turnieren, dazu eine mindestens vierwöchige Vorbereitung. "Und diese zwei Monate muss man blockieren. Egal, was kommt. Wir müssen den Kalender harmonisieren. Mein Wunsch an FIFA und UEFA ist, diesen einfach mal zum Wohle der Spieler und Trainer zu verändern. Sie leiden darunter. Sie haben zu wenig Regeneration. Und das schadet der Motivation", sagte der Bayern-Boss.

Hier gibt es alles zum DFB-Team

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