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Deutschland setzte sich souverän gegen Oranje durch

Die deutsche U-21-Nationalmannschaft dominiert die Niederlande und siegt verdient. Dabei gibt es viele Parallelen zum A-Team.

Von der U-21-Nationalmannschaft berichtet Matthias Becker

Ingolstadt - Mit einem Prestige-Erfolg ist die deutsche U-21-Nationalmannschaft in die Vorbereitung auf die EM 2015 gestartet.

Die Mannschaft von Trainer Horst Hrubesch besiegte den Erzrivalen aus den Niederlanden bei einem Testspiel in Ingolstadt mit 3:1 (3:0).

Vom Anpfiff weg beherrschte die DFB-Elf die nicht für die EM in Tschechien qualifizierten Gäste. Amin Younes (11.), Dominique Heintz (21.) und Max Meyer (38.) erzielten die Treffer. Torhüter Marc-Andre ter Stegen sah beim einzigen Gegentreffer durch Jean-Paul Boetius (79.) nicht besonders gut aus.

Insgesamt schloss der deutsche Nachwuchs an die überzeugenden Auftritte in der EM-Quali an und nährt die Hoffnung, dass sich im Sommer erstmals seit 1988 eine deutsche Mannschaft für Olympische Sommerspiele qualifizieren könnte.

Dafür müssten die deutschen Junioren im Juni in Tschechien das Halbfinale erreichen.

Feuerwerk in der Offensive

Treten sie ähnlich auf wie gegen die Niederländer, dann ist das realistisch. Vor allem offensiv brannte die Hrubesch-Elf ein Feuerwerk ab. Angetrieben vom enorm spielfreudigen Schalker Meyer und der robusten Spitze Philipp Hofmann erarbeiteten sich die Deutschen zahlreiche Chancen.

Nach einem Doppelpass mit Hofmann traf Younes zur frühen Führung. Heintz erhöhte per Gewaltschuss aus 22 Metern, ehe Meyer sich mit einer sehenswerten Einzelaktion für seinen starken Auftritt belohnte.

Die Gäste kamen kaum einmal aus der eigenen Hälfte. Wenn doch, dann hatte Deutschland ja noch Marc-Andre ter Stegen im Tor.

Ter Stegen glänzt und patzt

Der Champions-League-Torhüter des FC Barcelona bekam vor allem in der zweiten Halbzeit aber etwas mehr zu tun. Lange hielt er prächtig, bis er beim Fernschuss von Boetius daneben langte.

Die steigende Auslastung ter Stegens war ein Indikator dafür, woran es im deutschen Spiel noch hapert. In der Rückwärtsbewegung ist beim ein oder anderen Offensivmann noch deutlich Luft nach oben, was die Viererkette um Debütant Niklas Süle in Verlegenheit und Hrubesch auf die Palme brachte.

Der pausenlos kommentierende und dirgierende Coach regte sich gleich mehrmals über unnötige Ballverluste auf, die zu niederländischen Kontern führten.

Unkonzentriertheit im Abschluss

Bis zur EM bleiben Hrubesch noch sieben Monate Zeit, um an der Feinabstimmung zu arbeiten. In Tschechien könnte er mit Erik Durm, Shkodran Mustafi, Matthias Ginter und Antonio Rüdiger in der Defensive theoretisch auf drei Weltmeister einen weiteren A-Nationalspieler zurückgreifen.

Diese vier sind - ebenso wie Kevin Volland und sogar Mario Götze - aus dem aktuellen Kader von Joachim Löw noch für das Turnier im Nachbarland spielberechtigt.

An Offensivkraft mangelt es Hrubesch allerdings nicht. Allerdings mangelte es seiner Truppe in der Schlussphase gegen die "Jong Oranje" an Konsequenz im Abschluss - eine erstaunliche Parallele zu den jüngsten Auftritten der A-Mannschaft.

Gleich ein halbes Dutzend hochkarätigster Chancen erspielten sich die DFB-Junioren, vergaben sie aber teils kläglich. Trotz des letztlich ungefährdeten Sieges bleibt auf dem Weg zur EM also noch genug zu tun - vorne wie hinten.

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