Beim DFB-Team ist seit dem WM-Triumph der Wurm drin. Im neuen Jahr muss der Bundestrainer ein neues Team aufbauen.

Als der deutsche Mannschaftsbus nach dem Spiel gegen Gibraltar das Nürnberger Stadion verließ, standen die verbliebenen Fans Spalier und applaudierten.

Dabei war die schwache Vorstellung beim 4:0 gegen den tapferen Fußballzwerg (Bericht) eine erneute Enttäuschung. Doch das Weltmeister-Team hat sich diesen Bonus verdient.

Allerdings gibt sich die DFB-Auswahl seit dem Triumph von Rio alle Mühe, den WM-Bonus fast im Rekordtempo wieder zu verspielen. Seit dem Titelgewinn gab es kein einziges überzeugendes Länderspiel.

Bei der Mannschaft ist offenbar die Luft raus und der Wurm drin. Es fehlen Konzentration, Biss und Torgefahr, das wurde selbst in der mageren zweiten Halbzeit gegen Gibraltar deutlich.

So wundert es nicht, dass Joachim Löw das neue Jahr kaum erwarten kann. Schon im Gespräch mit SPORT1 vor dem Spiel hatte er gefordert, endlich einen Strich unter das Erfolgsjahr 2014 zu ziehen und nach vorne zu schauen.

Seine Elf muss im kommenden Jahr unbedingt wieder ins Laufen kommen, sonst könnte es sogar trotz des aufgeblähten Teilnehmerfeldes an der EM-Endrunde eng werden mit der direkten Qualifikation.

Dazu muss sich Löw ein Stück weit neu erfinden. Denn er muss ein neues, passendes Team aufbauen. Die Rücktritte von Miroslav Klose und vor allem Phillip Lahm haben der Balance der Mannschaft weit mehr geschadet als zunächst angenommen.

Nun muss der Bundestrainer im neuen Jahr die Verdienste der Vergangenheit außer Acht lassen und wieder stärker auf das Leistungsprinzip setzen. Lukas Podolski etwa gehört in der Form der vergangenen Wochen nicht ins DFB-Aufgebot.

Auch sonst gibt es viele offene Fragen: Wer sind die neuen Führungsspieler? Wie können die Schwächen auf den Außenbahnen und im Abschluss kompensiert werden? Muss das System umgestellt werden und welche neuen Spieler braucht man dazu?

Löw muss Antworten finden. Doch er hat zuletzt auch klar gemacht, dass er sich der Herausforderung stellt und sogar darauf freut. Jedem Anfang wohnt ja bekanntlich ein Zauber inne.

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