Vigo und München - Für Joachim Löw ist in Spanien die Einstellung wichtiger als das Ergebnis. Kevin Volland darf von Beginn an stürmen. Die Fakten.

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Von Denis de Haas, Matthias Becker, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Die Wettervorhersage kündigt strömenden Regen an, das Stadion gilt als Ruine, und die Stadt nach Ansicht von Lukas Podolski nicht so "geil".

Angesichts der wenig glamourösen Voraussetzungen und der Verletzungssorgen hat Bundestrainer Joachim Löw schon im Vorfeld Nachsicht mit seiner auf "vier Helden von Rio" geschrumpften Truppe angekündigt.

Das Ergebnis im letzten Spiel des Weltmeister-Jahres bei Europameister Spanien ist zweitrangig, Löw will "nur" eine gute Einstellung sehen.

"Dieses Jahr war sensationell gut und wird in unserer Geschichte immer einen besonderen Stellenwert haben. Das wäre auch von einer Niederlage in einem Testspiel nicht anzukratzen", verkündete der 54-Jährige.

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz mit dem Bundestrainer und Toni Kroos zusammen. 

Joachim Löw über:

...das Personal gegen Spanien:

"Kevin Volland wird wohl seine Chance von Beginn an bekommen. Auch Antonio Rüdiger ist wieder eine Option. Sami Khedira und Shkodran Mustafi sind leicht angeschlagen. Wenn Khedira fit ist, wird er die Kapitänsbinde tragenn. Wer im Tor steht, haben wir noch nicht entschieden. Da werden wir noch mit Andreas Köpke sprechen."

...die taktische Ausrichtung:

"Ich erwarte erstmal eine engagierte Leistung. Ob die technischen und taktischen Abläufe klappen, da bin ich mir auch nicht zu 100 Prozent sicher. Da muss ich schon Abstriche machen. Das nehme ich aber in Kauf. Wichtig ist, dass die Einstellung bei den Einzelnen stimmt. Danach bewerte ich die Spieler. Wir hatten in den vergangenen Jahren immer mehr Ballbesitz. Das wird morgen wahrscheinlich nicht so sein. Wichtig ist, eine Kompaktheit hinzubekommen. Wir wollen auch Kontersituationen bekommen. Da sind Benedikt Höwedes, Toni Kroos und Thomas Müller auch gefragt. Sie müssen die Mannschaft führen."

...über die Folgen einer möglichen Klatsche:

"Es ist nicht schön, wenn man Ende des Jahres verliert. Es spielt für nächstes Jahr aber keine entscheidende Rolle. Es spielt auch im Hinblick auf ein Turnier keine Rolle. Sowas nimmt eine Mannschaft nicht mit. Im kommenden Jahr kommen Spieler zurück und wir werden unseren taktischen Horizont erweitern. Dann hoffe ich, dass wir uns qualifizieren. Dann können wir uns vor dem Turnier drei Wochen vorbereiten. Und dann ist alles gut."

Toni Kroos über:

... mögliche Reformen im Team:

"In den vergangenen Jahre hat sich die Fußball immer entwickelt. Was vor vier Jahren war, ist heute größtenteils nicht mehr gefragt. Gerade als Weltmeister muss man sich auch verändern. Das ist wichtig: Ein Stillstand ist immer ein Rückschritt. Wir werden aber nicht alles auf den Kopf stellen."

... Rachegelüste nach drei Niederlagen am Stück:

"Wir hätten bei der WM gerne gegen Spanien gespielt. Aber das lag nicht an uns. Spanien ist immer einer der attraktivsten Gegner, die man haben kann. Ich mag die Art und Weise ihres Fußballs und freue mich auf das Duell. Rachegelüste habe ich nicht."

... die Verletzung von Real-Spieler Luka Modric:

"Dass Luka sich verletzt hat, ist für unsere Mannschaft ein schwerer Schlag. Er war zuletzt in Topform. Es wird schwer für uns, ihn zu ersetzen."

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