Lukas Podolski steht im DFB-Team und beim FC Arsenal am Scheideweg. Er braucht Spielpraxis und forciert einen Vereinswechsel.

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Vom DFB-Team berichten Matthias BeckerMartin VolkmarJochen Stutzky und Onur Özdamar

Nürnberg - Es gibt ihn also noch, den Fußballer Lukas Podolski.

Zuletzt konnte ja der Eindruck entstehen, dieser Podolski existiere nur noch auf Instagram.

Podolski beim Training in London, Podolski mit Linkin Park, Podolski auf der Ersatzbank des FC Arsenal, Podolski zwischen Joachim Gauck und Angela Merkel und ja – Podolski beim Training in London.

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Spielbilder? Fehlanzeige. Da war es doch gut, dass er am Freitagabend zumindest im Trikot der Nationalmannschaft gegen Gibraltar mal wieder 90 Minuten ran durfte.

Doch wie oft wird das noch so sein, wenn er aus dem Vereinsleben weiter nur lustige Schnappschüsse vom Stretching postet? Lukas Podolski, 29 Jahre alt, 121 Länderspiele, steht am Scheideweg – und geht deshalb jetzt in die Offensive.

Löw empfiehlt einen Wechsel

"Mir wird die Chance genommen, zu zeigen was ich kann", klagte Podolski nach dem glanzlosen Erfolg gegen Gibraltar: "Ich habe das Potenzial, um in der Mannschaft zu spielen. Aber wenn man nicht spielt, kann man das nicht zeigen. Darum ist die Situation unbefriedigend und ich werde das Gespräch mit dem Verein suchen."

Es ist ungewöhnlich, dass ein Profi, der bei einem großen Verein noch bis 2016 unter Vertrag steht, sich offensiv und öffentlich auf dem Transfermarkt anbietet. Podolski kann sich dabei auf die Unterstützung des Bundestrainers verlassen.

"Lukas braucht viele Wettkämpfe. Im Moment, muss man leider sagen, hat er das seit fast einem halben Jahr nicht. Letztendlich müssen wir uns und er sich überlegen, was das nächste Jahr bringt", sagte Joachim Löw. Neben einer recht unverblümten Aufforderung zum Vereinswechsel war es für Podolski auch ein deutlicher Wink.

Die Konkurrenz drängt

Der überzeugte Kölner ist im DFB-Team schon in recht jungen Jahren eine Legende. Bisher hielt Löw immer treu zu ihm.

Gegen Gibraltar gab er Podolski eine Bewährungschance. Trotz zweier Assists blieb der aber auch viel schuldig. Wenn Löw sagt, dass er im kommenden Jahr Veränderungen anstrebt, sollte Podolski genau hinhören.

So klangen die Tore bei SPORT1.fm

http://youtu.be/0BaVE0IRgLA

Denn mit Blick auf die EM 2016 in Frankreich wird Löws Treue nicht endlos halten. Das war schon in den letzten Monaten zu beobachten. Bei der WM brachte es Podolski gerade mal auf zwei Einsätze, nach einer gruseligen Halbzeit im Gruppenspiel gegen die USA saß er nur noch draußen.

Löw vertraute anderen Spezialkräften auf der linken Seite. Andre Schürrle landete im weiteren Turnierverlauf noch drei Treffer und bereitete das goldene Tor im Finale durch Mario Götze vor.

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Podolski verhielt sich vorbildlich, unterstützte das Team von außen und war auch nach der WM immer im Kreis der Nationalspieler dabei. Doch in der Startelf stand er nur am Freitagabend.

Die Konkurrenz ist mittlerweile enorm. Neben Schürrle hat Löw für seine Position auch noch Marco Reus und Julian Draxler zur Verfügung. Auch in der U 21 gibt es einige interessante Kandidaten. Die Luft für Podolski wird dünner.

Wenger setzt bei Arsenal auf andere

Beim FC Arsenal ist sie schon sehr dünn. In zweieinhalb Jahren brachte Podolski es auf knapp 30 Pflichtspieltore. Nicht schlecht, aber auch nichts, was ihn unangreifbar macht. Trainer Arsene Wenger hat in der Offensive zahlreiche andere Optionen.

"Ich liebe den Wettkampf, den Reiz, diese Power, wenn man auf den Rasen kommt und die Stimmung aufsaugt", erklärte Podolski und sah mit seinen blauen Augen ein bisschen aus, wie ein Schlittenhund, der nicht rennen darf:

"Wenn man immer rauskommt, die dicke Winterjacke und die lange Hose anziehen und sich auf die Bank setzen muss, ist das nicht gut. Damit kann ich nicht zufrieden sein."

Schnäppchenpreis für Podolski?

Ein Wechsel im Winter muss also her. "Ich will noch viele Jahre Fußball spielen, da stelle ich mich doch nicht hin und sage, ich sitze meinen Vertrag aus", versicherte Podolski. Arsenal ist einem Transfer offenbar wenig abgeneigt. Wie die "Bild" berichtet, sollen die Londoner bereit sein, ihn für die fast schon beschämende Summe von 5 Millionen Euro ziehen zu lassen.

Doch wohin geht die Reise? Innerhalb Englands kommt kaum ein Verein infrage. Galatasaray Istanbul soll im Sommer interessiert gewesen sein, auch Juventus Turin und der VfL Wolfsburg. "Alles ist möglich heutzutage, man kann nie etwas ausschließen", sagte Podolski nur.

Er weiß: Es muss jetzt schnell gehen. Mit 29 unterschreiben Fußball-Profis meistens das, was gemeinhin als "letzter großer Vertrag" bezeichnet wird.

Und der könnte auch die letzte Chance sein, seine große Nationalmannschaftskarriere auch langfristig fortzusetzen.

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