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Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng werden wohl in die Startelf zurückkehren © Getty Images

Frankfurt am Main - Nach dem verpatzten Test gegen Australien wird Bundestrainer Joachim Löw in Georgien kein Risiko eingehen. Sechs Weltmeister kehren ins Team zurück.

Am Mittwochabend suchte man den Namen Bastian Schweinsteiger noch vergebens in der Aufstellung der deutschen Nationalmannschaft.

Das 2:2 gegen Australien erlebte der Münchner von der Bank aus. Wieder einmal fehlte er in einem Testspiel. Doch dieses Mal war es keine Blessur, die seinen Einsatz verhinderte. Der Bundestrainer hatte einfach einen anderen Plan.

Joachim Löw wollte gegen Australien etwas ausprobieren. Er stellte Rückkehrer Ilkay Gündogan im Mittelfeld an die Seite von Sami Khedira. In der Abwehr experimentierte er zunächst mit einer Dreierkette. Nachdem Holger Badstuber verletzt in der Kabine geblieben war, stellte er wieder auf vier Verteidiger um (NEWS: Alles zum DFB-Team).

Die Zeit für Experimente ist zunächst einmal vorbei. Am Sonntagabend geht es in Georgien (ab 18 Uhr im LIVETICKER). Einen weiteren Ausrutscher darf sich das DFB-Team nach der Niederlage in Polen und dem Remis gegen Irland nicht mehr erlauben. Und deshalb wird Löw wohl auch kein Risiko eingehen.

Wenn das Spiel gegen Australien eine Erkenntnis gebracht hat, dann die, dass es ohne die WM-Helden von Rio noch nicht geht in der Nationalmannschaft

"Wir wissen, dass wir am Sonntag eine andere Mannschaft auf dem Platz haben werden. Eine Mannschaft, die gierig ist, auf jeden Fall die drei Punkte einzufahren", sagte Sami Khedira am Mittwoch.

Löw setzt auf bekannte Stützen

Möglich, dass Khedira die Spielführerbinde, die er gegen Australien noch getragen hat, am Sonntag an Schweinsteiger abgeben muss und seinen Platz im Mittelfeld für Toni Kroos frei machen wird.

"Hinter Basti steht kein Fragezeichen. Wir gehen davon aus, dass er dabei sein wird", sagte Co-Trainer Thomas Schneider vor dem Abflug nach Tiflis.

Khedira und Gündogan gehörten gegen Australien zu den Besseren, aber viel spricht dafür, dass Löw auf die Helden des WM-Finales von Rio setzt. Bei aller Experimentierfreude ist das Spiel in Georgien tabellarisch zu wichtig.

Bierhoff fordert Konzentration

"In Georgien müssen wir noch mehr Chancen herausarbeiten und aufpassen, keine Konter zu kassieren und nicht hinten die Lücken zu lassen, die wir gegen Australien teilweise gelassen haben", warnte Teammanager Oliver Bierhoff.

"Aber ich bin sehr zuversichtlich und natürlich werden die Spieler, die in Georgien spielen werden, mit ihrer Persönlichkeit und Erfahrung dazu beitragen", ergänzte Bierhoff.

Erfahrung ist das Stichwort. Im Tor wird Manuel Neuer, der gegen Australien wegen einer Schleimbeutelentzündung nicht einsatzfähig war, zurückkehren. Thomas Müller soll für Tore sorgen, und Mats Hummels und Jerome Boateng sollen der Abwehr die verloren gegangene Stabilität zurückgeben.

Systemfrage bleibt offen

In welcher taktischen Formation die deutsche Defensive in Tiflis auflaufen wird, ist noch nicht sicher.

"Vielleicht spielen wir mit einer Dreierkette, vielleicht auch nicht. Das Spielermaterial für eine Dreierkette haben wir, aber wir wollen uns nicht in die Karten schauen lassen", meinte Schneider.

Schweinsteiger vor Premiere

Nicht dabei in Georgien sind der erkältete Leverkusener Karim Bellarabi und Holger Badstuber. Der Verteidiger des FC Bayern kehrte wegen muskulärer Probleme nach München zurück. "Eine reine Vorsichtsmaßnahme, nichts Dramatisches", versicherte Schneider. 

Auch ohne Badstuber will das DFB-Team in Georgien quasi im Mia-san-mia-Modus auftreten. Ohne die Bayern-Achse tut sich die Mannschaft schwer, das wurde im Spiel gegen Australien wieder einmal deutlich.

Schweinsteiger nimmt das Selbstverständnis der Münchner mit nach Tiflis. "Wir sind Weltmeister, die Nummer eins der Welt. Es liegt an uns, ob wir Spiele gewinnen oder nicht", hatte er am Dienstag betont.

Für ihn wird die Parte eine ganz besondere. In Tiflis wird er die Mannschaft dann endlich zum ersten Mal als offizieller Kapitän auf den Rasen führen.

Voraussichtliche Aufstellung:

Neuer - Höwedes, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger, Kroos - Müller, Özil, Reus - Götze

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