Kaiserslautern und Frankfurt am Main - Nachdem Sami Khedira seinen Abschied von Real Madrid verkündet hat, macht Schalke 04 aus seinem Interesse am Weltmeister keinen Hehl. Doch der hat mehrere Optionen.

Roberto Di Matteo machte keinen Hehl daraus, dass er Sami Khedira mit Kusshand beim FC Schalke 04 begrüßen würde.

"Wenn er zu uns möchte, dann ist die Tür offen", sagte der Trainer.

"Weltklassespieler, Deutscher, welcher Trainer würde Khedira nicht gern haben?", meinte Di Matteo.

Doch der Schweizer ist Realist genug, um zu wissen, dass die Königsblauen nicht die einzigen Interessenten sind.

"Wir wissen alle, dass er die Wahl hat und sich den Verein aussuchen kann. Es wird sehr schwierig sein", gab der Coach zu.

Keine Dementi auf Schalke

Schalke würde der Weltmeister gut zu Gesicht stehen. Schon Ende Februar, als sich das Gerücht über Khediras Abschied aus Madrid verdichtet hatten, machte sich niemand die Mühe, ein Interesse zu dementieren.

Khedira soll sich mit bereits mit Di Matteo und Manager Horst Heldt getroffen haben.

Interesse sollen aber auch der FC Chelsea und der FC Arsenal sowie ein Verein aus der Serie A angemeldet haben.

Doch auch beim FC Bayern und Schalkes Erzrivalen Borussia Dortmund wurde Khediras Name bereits ins Spiel gebracht.

Vor allem Chelsea dürfte ein heißer Kandidat sein. Mit den Blues könnten die beiden Revierklubs finanziell nicht mithalten, Trainer Jose Mourinho gilt als einer der großen Förderer Khediras.

Khediras Aussagen dürften den Bundesligaklubs aber Hoffnung machen.

Khedira: Es gibt keine Tendenzen

"Für mich ist nicht der Name des Vereins relevant und auch nicht der Kontostand, sondern der Plan für die nächsten Jahre", verriet Khedira im kicker. "Ich möchte einen Weg gehen, in dem ich mitgestalten und junge Spieler führen kann."

Es gebe noch keine Einigung und auch keine Tendenz, führte der Weltmeister weiter aus. Er wolle in seiner Karriere einen neuen Reiz setzen.

Khedira blickt auf eine erfolgreiche Zeit bei Real zurück, 2010 hatte ihn Mourinho nach starken Auftritten bei der WM in Südafrika nach Madrid geholt.

Im vergangenen Jahr hatte der Mittelfeld-Abräumer sich nach einem Kreuzbandriss rechtzeitig zum Champions-League-Sieg Ende Mai zurückgekämpft.

Bei Real auf dem Abstellgleis

Doch in der aktuellen Saison wurde er durch verschiedene Verletzungen zurückgeworfen und hatte bei Trainer Carlo Ancelotti keinen leichten Stand.

Nur 17 Pflichtspiele bestritt er, davon zehn von Beginn an und in der Primera Division nur eins über 90 Minuten.

Nach der laufenden Saison läuft sein Vertrag bei den "Königlichen" aus. Im Poker um einen neuen, besser dotierten Vertrag hatte er sich offenbar verzockt.

Real holte nach der WM in Brasilien seinen Nationalmannschaftskollegen Toni Kroos vom FC Bayern, Kroos schaffte sofort den Durchbruch und spielt in den Planungen der Madrilenen eine wichtige Rolle.

Kritik von Beckenbauer

Khediras Zeit bei Real läuft hingegen ab. Zuletzt hatte allerdings Franz Beckenbauer daran gezweifelt, ob Khedira eine Verstärkung für Schalke sein könne.

"In seiner aktuellen Verfassung wird Khedira niemandem helfen. Im Moment fehlt ihm alles. Er lebt von seinem läuferischen Vermögen, ohne das erzielt er keine Wirkung", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern bei Sky.

Schalke-Manager Heldt fand diese Aussagen alles andere als hilfreich.

"Bei allem Respekt: Wie kommt er auf die Idee, diese Meinung kundzutun? Er hat 90 Minuten lang unser Spiel bei Real gesehen, in dem Sami nicht gut gespielt hat, und dann eine Richtung vorgegeben", sagte Heldt der WAZ.

Heldt ließ somit einmal mehr keine Zweifel daran aufkommen, dass er von Khedira überzeugt ist.

Und am Mittwochabend beim 2:2 des DFB-Team im Testspiel gegen Australien dürfte sogar Beckenbauer angetan gewesen sein.

Khedira spielte ansprechend, bereitete das Führungstor vor und zeigte einmal mehr, warum ihm nicht nur bei Schalke die Tür offen stehen.

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