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Mesut Özil kann die Kritik in Deutschland an ihm nicht verstehen. Er ist der Meinung, viel für Deutschland getan zu haben. Die Hymne würde er auch als Kapitän nicht singen.

Weltmeister Mesut Özil hat mit Unverständnis auf die sich mehrende Kritik an seiner Person in Deutschland reagiert. Er habe "schon" das Gefühl, in seiner Heimat besonders kritisch gesehen zu werden, sagte der Mittelfeldstar des FC Arsenal im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst.

"Ich finde das sehr schade, weil ich glaube, viel für Deutschland getan zu haben", sagte der 26-Jährige: "Ich habe mich immer vorbildlich verhalten, alles für die Nationalmannschaft gegeben und bin allen respektvoll gegenübergetreten. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, ich habe viele Freunde dort."

Zuletzt hatte Deutschlands teuerster Fußballer aller Zeiten (50 Millionen Euro Ablöse) deshalb auch in einem Interview betont, nicht mehr als "Deutsch-Türke" tituliert werden zu wollen: "Bei den anderen sagt man auch nicht 'Deutsch-Pole' oder 'Deutsch-Tunesier'. " Die Reaktionen auf diesen Vorstoß seien "insgesamt schon positiv" gewesen, berichtete Özil: "Mir war es wichtig, dass die Leute verstehen, dass ich mir darüber Gedanken mache. Wichtig war, dass ich das Thema angesprochen habe."

Keine Option ist es für Özil, sich durch Machtansprüche zu positionieren. "Ich bin eher der ruhige Typ. Ich brauche keine Ämter und keine Macht", betonte er: "Und ich würde so etwas auch nie in der Öffentlichkeit fordern, auch wenn ich es aufgrund meiner Leistungen vielleicht auch verdient hätte, Kapitän zu sein. Aber der Trainer und die Mitspieler wissen auch so, was sie an mir haben. Mein Ziel war es immer, auf dem Platz meine Arbeit für das Team zu machen."

Gegen Australien im März durfte er für eine knappe halbe Stunde die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft tragen. "Sehr eng" sei die gewesen, meinte Özil schmunzelnd. Sollte er sie irgendwann einmal zu Beginn des Spiels tragen, würde er aber wohl im Gegensatz zu Sami Khedira nicht die Hymne singen - was er aber unter keinen Umständen als Zeichen mangelnder Identifizierung verstanden wissen will.

"Glauben Sie mir, ich identifiziere mich voll mit der deutschen Nationalmannschaft und den Werten, die dieses Team zusammenhält", beteuerte er: "Ich bin stolz, hier aufgewachsen zu sein und für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Aber ich glaube nicht, dass man die Hymne singen muss, um ein guter Deutscher zu sein. In diesem kurzen Moment vor dem Spiel bete ich für Erfolg und Gesundheit der Mannschaft."

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