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Republic of Ireland v USA - International Friendly
Bobby Wood (v.) im Länderspiel der USA gegen Irland © Getty Images

München und Köln - Der junge Stürmer in Reihen der USA hat sein Glück in Deutschland noch nicht gefunden, stieg mit Aue sogar in die 3. Liga ab. Nun darf er sich mit dem Weltmeister messen.

Es läuft die Nachspielzeit im Freundschaftsspiel zwischen den USA und den Niederlanden. Es steht 3:3, als Bobby Wood der umjubelte wie überraschende Siegtreffer gelingt. Vor wenigen Tagen noch mit Erzgebirge Aue aus der Zweiten Liga abgestiegen, nun der Held im Team des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann.

Es war ein echter Überraschungscoup, der den Amerikanern mit den Sieg gegen die Niederlande glückte, rechtzeitig vor dem großen Duell mit den Weltmeister aus Deutschland (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm). Wood war sichtlich happy über seinen Treffer.

"Zufrieden und überglücklich"

"Man träumt immer, dass man ein Tor für sein Land macht. Ich bin zufrieden und überglücklich. Es ist eine geile Situation", sagt der 22-Jährige im Gespräch mit SPORT1. "Es hat einfach super geklappt. Ich war in einer super Position, der Ball kam wunderbar zu mir und ich habe ihn rein gemacht."

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Wood, der 2007 von den Irvine Strikers in Kalifornien nach Deutschland übersiedelte und in der Jugend von 1860 München seine ersten fußballerischen Gehversuche machte, weiß, bei wem er sich zu bedanken hat. "Jürgen Klinsmann ist super Typ und ein richtig guter Trainer", sagt der Angreifer: "Er hat immer an mich geglaubt, wenn gar keiner an mich geglaubt hat. Er hat mich regelmäßig aufgebaut und mein Kopf war nie leer, weil er mir jedes Mals aufs Neue geholfen hat."

Gemischte Gefühle

Der gebürtige Hawaiianer blickt mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen Jahre zurück. 2011 kam er von den Amateuren zu den Profis von 1860, doch er kam nie so richtig an. "Meine letzten zwei Jahre waren nicht leicht, vor allem die Zeit bei 1860 München war sehr schwer, aber das passiert bei jedem Fußballer", sagt Wood.

Es gebe "immer gute und schlechte Phasen in einer Profikarriere." Man könne "nie sagen, wie es hätte anders laufen können. Ich sehe diese schweren zwei Jahre in meinem Kopf als positiv. Ich bin stark genug, das Schlechte zu verarbeiten."

Die Zeit bei 1860 begann verheißungsvoll, doch irgendwann trat Wood auf der Stelle stehen, sah seine Leistungen nicht genügend gewürdigt. Im Januar 2015 wechselte er schließlich auf Vermittlung von Klinsmann zu Erzgebirge Aue. Eine Entscheidung, die sich als richtig herausstellen sollte. "Der Wechsel nach Aue hat mir sehr gut getan, weil ich dort wieder regelmäßig spielen konnte. Als junger Spieler brauchst du immer Spielpraxis und die habe ich bei Erzgebirge bekommen", sagt Wood. "Leider hat es am Ende nicht gereicht und wir sind abgestiegen."

Rückkehr zu 1860 - und dann?

Aufgrund des Abstiegs von Aue kehrt Wood bereits nach einem halben Jahr wieder zurück nach München. Er hat noch bis 2016 Vertrag bei den "Löwen", doch nach SPORT1-Informationen gibt es keine Zukunft beim Münchner Traditionsverein.  Wood selbst hält sich noch bedeckt, was seine Zukunft betrifft. "Ich will mich jetzt nur auf das Spiel gegen Deutschland konzentrieren, danach schaue ich, was für mich am besten ist." Der 1. FC Kaiserslautern soll Interesse an ihm haben.

Für Wood zählt jetzt erst einmal nur das Spiel gegen die DFB-Elf. "Deutschland ist der Weltmeister und gegen so ein Top-Team willst du immer spielen. Das ist ein Traum", sagt der Stürmer. Es werde "ein großes Erlebnis und ich freue mich riesig, dass ich gegen die Deutschen zum Einsatz komme." Und weiter: "Hoffentlich treffe ich wieder, das ist ja mein Job."

Eine Portion Extra-Motivation werde es nicht brauchen, versichert Wood: "Jürgen Klinsmann macht uns vor jedem Spiel heiß. Natürlich ist es für ihn ein besonderes Spiel." Aber auch die Spieler haben noch eine Rechnung offen, betont Wood. "Wir haben bei der WM gegen die Deutschen verloren und wollen jetzt natürlich Wiedergutmachung. Wir gehen mit großem Selbstvertrauen in das Spiel, wollen gewinnen und dafür werden wir alles geben."

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