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Germany's midfielder Lukas Podolski (L)
Lukas Podolski (l.) und Bundestrainer Joachim Löw arbeiten seit über zehn Jahren zusammen © Getty Images

Vor der Europameisterschaft 2016 in Frankreich erhöht der Bundestrainer Druck auf seinen ehemaligen Lieblingsschüler und stellt Bedingungen. Der reagiert mit Verständnis.

Joachim Löw hat den Ton verschärft und den Druck erhöht, doch Lukas Podolski zeigt sich davon offenbar noch unbeirrt.

Bei einem Showtraining mit dem Basketball-Zweitligisten RheinStars Köln wirkte der Weltmeister unbeschwert, dribbelte, traf und gab danach gut gelaunt Autogramme und Interviews.

Damit, dass er auch im kommenden Sommer ausgiebig Zeit haben könnte, seinen Hobbys zu frönen statt bei der EURO in Frankreich den nächsten Titel ins Visier zu nehmen, beschäftigt sich 30-Jährige offenbar noch nicht akut.

Und von Löws Aussagen in einem Interview mit der Welt am Sonntag, nach denen regelmäßige Einsätze im Klub unerlässlich für ein EM-Ticket sind, fühlte sich Podolski nach eigener Auskunft nicht explizit angesprochen.

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Joachim Löw (l.) und Lukas Podolski arbeiten seit mehr als zehn Jahren zusammen © Getty Images

"Viele sehen das als Ansage an mich, aber er hat das Richtige gesagt", meinte der Offensivspieler, dessen Zukunft beim FC Arsenal weiter offen ist, betont lapidar: "Ich will spielen und nicht unregelmäßig. Wenn man zehn Spieler fragt, werden elf sagen, ich will spielen."

"Er muss spielen"

Dabei war es schon nachweislich Podolski, den Löw anzählte. "Ich habe zu Lukas gesagt, dass er mit Arsene Wenger (Arsenal-Teammanager, d. Red.) sprechen soll", hatte der 55-Jährige  gesagt: "Er soll nicht alles auf sich zukommen lassen, sondern auf ihn zugehen, um in Erfahrung zu bringen, woran er ist. Plant der Trainer mit ihm? Und wenn ja, in welcher Rolle?

Sollte er Ergänzungsspieler sein, muss er sich überlegen, was er möchte. Ich will, dass er spielt, mindestens 30 bis 40 Spiele. Da können auch mal welche als Joker dabei sein. Er muss spielen. Denn zwei Jahre ohne richtige Spielpraxis wären keine gute Grundlage, um bei der EM 2016 dabei sein zu können."

Mit dem Verweis auf Joker-Einsätze und der Ansage, dass es ihm "nicht wichtig" sei, `ob er bei einem Top-Verein oder in der Champions League spielt", ließ Löw einem seiner Lieblingsspieler
noch einige Hintertüren offen. Schließlich sei der Ex-Kölner "seit Jahren ein wichtiger Teil der Nationalmannschaft, weil er ein positiv denkender Mensch ist, der dem Team durch seine Art einfach gut tut. Dass die Außendarstellung der Nationalmannschaft so positiv ist, ist auch ein Verdienst von Lukas. Aber am Ende zählt natürlich die Leistung."

Podolski nerven Gerüchte

Die Ansage, dass Podolski bei einem Verein spielen soll, "bei dem er eine gewisse Stellung aufgrund seiner Leistungen hat" impliziert aber auch die Forderung nach einem möglichen Wechsel.

Denn dass seine Einsatzchancen bei Arsenal größer sind als vor der Leihe zu Inter Mailand, ist nach den frustrierenden Monaten in der Lombardei unwahrscheinlich. Eine schnelle Entscheidung aber offenbar auch, denn Podolski geht davon aus, am 10. Juli zum Trainingsauftakt zu erscheinen: "Alles andere sind Gerüchte, mit denen ich mich nicht beschäftige, denn das ist kraftraubend und unnötig."

Löw wird es genau beobachten. Und Podolski sollte dessen Warnschuss ernst nehmen. Damit er im kommenden Sommer Fußball statt Basketball spielt.

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