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Köln - Lukas Podolski steht am Scheideweg. Der Publikumsliebling muss schnell die Kurve kriegen, um im DFB-Team weiter eine Rolle zu spielen.

Wenn Lukas Podolski aus seinem Zimmer im Mannschaftshotel blickt, sieht er auf der gegenüberliegenden Rheinseite die Altstadt und den Kölner Dom. Etwas weiter flussaufwärts kann er sogar seine Luxuswohnung im modernen Kranhaus erspähen.

In der Hotellobby sitzt er mit Bastian Schweinsteiger auf einer Couch, beide lachen. Beim Abschlusstraining vor dem Spiel gegen die USA (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) kicken sich die zwei den Ball zu und scherzen wieder. Podolski fühlt sich wohl.

"Köln ist meine Stadt. Köln ist für mich Heimat, Liebe und Spaß", sagte er dem Express, als er mit dem neuen Mannschaftsbus des DFB-Teams am Montag eine kleine Runde drehte. Dabei hatte er gleich in der ersten Kurve Schwierigkeiten, weil ein Auto die Ausfahrt blockierte.

Germany's striker Lukas Podolski leaves
Germany's striker Lukas Podolski leaves © Getty Images

Nur zwölf Mal in der Startelf

Auch sportlich musste er seit der Weltmeisterschaft viele Hindernisse überwinden. Vom FC Arsenal  wurde er an Inter Mailand ausgeliehen, doch auch in Italien konnte sich der mittlerweile 30-Jährige nicht durchsetzen. Nur zwölf Mal stand er in der abgelaufenen Saison bei Pflichtspielen in der Startelf - Vereine und DFB-Team zusammengerechnet.

"Auch wenn es sportlich nicht mein bestes Jahr war - ich habe noch viele Jahre vor mir und habe noch viel Lust auf Fußball", blickt er dennoch positiv in die Zukunft.

Zukunft offen - USA reizvoll

Ob er nach London zurückkehrt oder nach Istanbul wechselt, lässt er noch offen, einen Wechsel zu Werder Bremen schloss er aus.

"Was mich reizen würde, wären die USA als Land - und die Liga ist auch im Kommen", sagte er. Es gebe aber "keine weiteren konkreten Planungen oder Ähnliches."

Köln plant ohne Podolski

Momentan sieht es so aus, als würde er nach London zurückgehen. Oder doch zurück zu seinem Herzensklub Köln? "Der Traum, das FC-Trikot noch einmal zu tragen, ist für mich auch noch nicht geplatzt", meint Podolski.

Doch die Äußerungen der FC-Führung hören sich anders an. "Lukas Podolski ist ein Super-Typ. Er ist bei uns immer herzlich eingeladen und als Gast willkommen. Aber es ist unsere Aufgabe, die Mannschaft zu entwickeln", meinte Kölns Präsident Werner Spinner.

Nachwuchs erhöht den Druck

Podolski kann mit einer guten Leistung in seinem 124. Länderspiel Werbung in eigener Sache betreiben - auch bei Joachim Löw. Der Bundestrainer schätzt ihn als Teamplayer und Stimmungskanone, hatte zuletzt aber auch durchblicken lassen, dass Podolski regelmäßig spielen müsse, um seinen Platz im DFB-Team behaupten zu können.

Aus der U-21-Auswahl, die bei der EM in Tschechien um den Titel spielt, drängen neben den Top-Torhütern Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno viele andere Talente nach und vergrößern den Druck auf Podolski oder auch Torwart Roman Weidenfeller, der in Dortmund zuletzt nur zweite Wahl war und dessen Zeit im DFB-Team sich dem Ende zuneigt.

Podolski aber möchte "noch viele Länderspiele bestreiten, und natürlich ist es mein Ziel, 2016 mit dieser Mannschaft den EM-Titel zu holen."

Am Abend wird er den Mannschaftsbus nicht selbst zum Stadion im Kölner Stadtteil Müngersdorf steuern, aber er weiß, dass er schnell die Kurve kriegen muss. 

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