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Germany - Training & Press Conference
Bastian Schweinsteiger (2 v. l.) beim Training vor dem Länderspiel gegen die USA © Getty Images

Köln - Die Länderspiele gegen die USA und Gibraltar passen den DFB-Stars und Offiziellen nicht ins Konzept. An Bastian Schweinsteiger zeigt sich die Problematik deutlich.

Auf der Pressekonferenz am Montag präsentierte sich Bastian Schweinsteiger entspannt und sachlich, nicht so euphorisch und dynamisch wie noch vor einigen Tagen in Paris.

Bei den French Open hatte er Ana Ivanovic von der Tribüne aus angefeuert.

"Du durftest doch morgens immer die Warmmachrunde spielen", scherzte Oliver Bierhoff auf dem Podium in Richtung des Bayern-Stars.

Viele Spieler schon im Urlaub

Schweinsteiger schaute etwas sparsam, über seine Verbindung zu Ivanovic redet er nicht gern. "Ich habe meine Fitnesstermine wahrgenommen", meinte er grinsend.

Der Kapitän sprach lieber über die Länderspiele gegen die USA (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVETICKER auf SPORT1.de) und am Samstag in Faro gegen Gibraltar.

Zwei Partien zur Unzeit für die Nationalspieler, die fast alle schon im Urlaub waren. Schweinsteiger in Paris, Mario Götze mit Kumpels auf Ibiza.

Schweinsteiger war dennoch bemüht, den Fokus aufs Sportliche zu richten. Mit einem "disziplinierten, konzentrierten Auftritt und einem guten Spiel" wolle man die Zuschauer überzeugen.

Stadion in Köln nicht ausverkauft

Doch das Interesse hält sich in Grenzen, am Montag waren erst etwa 35.000 der 46.200 Karten für das Spiel gegen die USA verkauft. "Ein bisschen überraschend", gab Bierhoff zu. Er habe aber "Verständnis, dass im Sommer vielleicht andere Aktivitäten anstehen".

Die Schulferien beginnen erst Ende Juni, aber viele Fans ziehen die Grillparty dem Besuch im Stadion vor. Urlaub machen sollten jetzt eigentlich auch die Fußballprofis.

Schweinsteigers langer Weg zurück

Schweinsteiges Beispiel zeigt, wie sehr mancher noch an den Nachwirkungen der Weltmeisterschaft zu knabbern hat.

Zur WM war er mit Trainingsrückstand angereist, arbeitete er sich heran und ging im Finale über seine Grenzen hinaus - nicht ohne Folgen. Seine Patellasehnenprobleme brachen wieder auf und er musste drei Monate pausieren. Erst Ende November kehrte er zurück, in der Nationalmannschaft spielte er sogar erst Ende März wieder.

Nun muss er seinen Urlaub für zwei Spiele unterbrechen, die ihm ebenso wenig in die Planung passen wie Bundestrainer Joachim Löw oder Bierhoff.

Auszeit für einige Vielspieler

Die Terminierung sei "problematisch", da die Spieler "nach dem Saisonende zehn Tage im luftleeren Raum waren", sagte der Teammanager und betonte, der DFB habe "keinen Einfluss mehr auf die Festlegung der Quali-Spiele."

An der EM 2016 nehmen erstmals 24 Teams teil. Immer mehr Spiele, immer weniger Pausen. Bayern, Dortmund und Schalke hatten besonders mit Verletzungen zu kämpfen. Für Löw geht es darum, "die Belastung aufzuteilen", erklärte der Bundestrainer zuletzt und gab Vielspielern wie Manuel Neuer, Thomas Müller, Marco Reus oder Toni Kroos eine Auszeit.

Während Schweinsteiger eine Pause vom Tennis(schauen) einlegen muss, kann Kroos, selbst begeisterter Tennisspieler, sich erholen und ein paar Bälle schlagen.

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