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© SPORT1/Getty

Der Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Gibraltar zeigt, dass der weltmeisterliche Glanz verflogen ist. Daher sollte der Bundestrainer über Veränderungen im Team nachdenken. SPORT1-Meinung.

Einen Bonus für die Weltmeister kann es nach dem abgelaufenen Länderspieljahr nicht mehr geben. Joachim Löw muss mit Blick auf die EM endlich für frisches Blut im DFB-Team sorgen.

Löw saß in Faro auf seiner Bank und feilte während des Spiels an einem abgebrochenen Fingernagel.

Die Szene sorgte sogar im Ausland für großes Echo. Auch in den sozialen Netzwerken stießen sich viele an seinem vermeintlich respektlosen Verhalten unmittelbar nach dem 4:0 gegen Gibraltar.

Dabei wollte der Bundestrainer keinesfalls respektlos sein, wie er später erklärte. Doch ein Weltmeister-Trainer muss sich eben klar sein, dass jede noch so kleine Verfehlung auf die Goldwaage gelegt wird.

Das gilt auch für die Leistungen seiner Mannschaft seit dem WM-Triumph, die Löw glücklicherweise entsprechend kritisch beurteilte. So sei die mangelnde Chancenverwertung trotz des 7:0 gegen Gibraltar "an der Grenze zur Arroganz" gewesen.

Auch die Abwehrleistung war stark verbesserungswürdig, nur der schon als Auslaufmodell gescholtene Roman Weidenfeller verhinderte vor der Pause eine Führung des Fußballzwergs.

Der weltmeisterliche Glanz ist nicht erst in Faro verblasst, es muss einiges aufpoliert werden.

Immerhin hat Löw laut eigener Aussage die Probleme erkannt: Der Spielaufbau aus der Abwehr ohne lange Bälle, das schnelle Umschalten nach Ballgewinn und vor allem der Torabschluss.

Um mit Blick auf die EM 2016 und die WM 2018 konkurrenzfähig zu sein, muss der Bundestrainer seine Mannschaft weiterentwickeln und personell endlich für frisches Blut sorgen.

Nach der Sommerpause führt kein Weg mehr an mehreren Leistungsträgern aus der U 21 vorbei. Marc-Andre ter Stegen, Emre Can, Kevin Volland oder Robin Knoche haben ihre Chance verdient.

Einen WM-Bonus kann es nach dem abgelaufenen Jahr jedenfalls nicht mehr geben. Der Umbruch muss nicht radikal sein, aber er ist notwendig.

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