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Der deutsche Fußball dürfe sich nicht wie vor 25 Jahren auf dem WM-Triumph ausruhen, meint der DFB-Teammanager. Und glaubt an das Comeback des klassischen Stürmers.

Oliver Bierhoff hat den deutschen Fußball nach dem WM-Titel vor Überheblichkeit gewarnt.

"Wir dürfen nicht den Fehler machen wie nach 1990", sagte der Nationalmannschaftsmanager zu Sky mit Blick auf den Triumph vor 25 Jahren in Italien.

"Damals sind wir Weltmeister geworden, Ostdeutschland wurde geöffnet, wir haben tolle Spieler dazu bekommen und Franz Beckenbauer hat gesagt, wir seien auf Jahre hinweg unschlagbar. Das haben wir zehn Jahre lang geglaubt, dann sind wir aufgewacht und haben gemerkt, dass viele andere vorbeigezogen sind", ergänzte Bierhoff.

Deshalb sei er dem Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) "sehr dankbar, dass sie gerade im Erfolg" das Projekt des DFB-Leistungszentrum angeschoben hätten.

Der 47-Jährige stellte außerdem fest, dass der deutsche Fußball in der jüngeren Vergangenheit zwei Aspekte "überbeansprucht" habe: "Zum einen die teamtaktischen Maßnahmen, dadurch ging das Individuum irgendwann verloren und die Schulung des einzelnen Spielers. Zum anderen haben wir sehr viel auf Spaß und Freude gesetzt. Nun haben wir viele tolle Fußballer, denen in gewissen Momenten vielleicht die Ernsthaftigkeit fehlt, weil sie zu verspielt sind."

Dies alles könne man "mit kleinen Stellschrauben nicht von Heute auf Morgen, aber in absehbarer Zeit" verbessern.

Außerdem prophezeite Bierhoff die Rückkehr des klassischen Stürmers. "Spieler, die Tore machen, braucht man immer", sagte der frühere DFB-Stürmer: "Zuletzt haben wir sehr stark auf Technik gesetzt, auf kleine und wendige Spieler, deshalb ist der Keilstürmer etwas verloren gegangen. Aber ich bin überzeugt, dass auch diese Entwicklung wiederkommen wird."

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