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Für den Bundestrainer sind die Duelle mit Polen und Schottland in der EM-Qualifikation keine Frage der Form, sondern des "unbedingten Siegeswillens" seiner Spieler.

Nach dem durchwachsenen Start in die EM-Qualifikation sieht Bundestrainer Joachim Löw das DFB-Team in den Spielen gegen Polen und Schottland in der Bringschuld.

Dabei komme es gar nicht so sehr auf die aktuelle Form an, erklärte der 55-Jährige im Interview mit dem kicker: "Die beiden Partien sind primär eine Frage des unbedingten Siegeswillens."

Dennoch zeigte sich der Weltmeistercoach diesbezüglich durchaus zuversichtlich. "Nach der WM waren etliche Spieler körperlich und geistig müde, ein gewisser Spannungsabfall nach einem großen Turnier ist normal. Jetzt war die Sommerpause lang genug, der Großteil der Spieler konnte die Vorbereitung komplett durchziehen. Deshalb erwarte ich, dass sich die Mannschaft in einer anderen Verfassung präsentieren wird. Wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die Polen schlägt."

Es gehe ihm aber nicht nur um das Ticket zur EM in Frankreich, sondern auch um die Weiterentwicklung der Mannschaft für die Mission WM-Titelverteidigung.

"Die starken Mannschaften sehen sich immer mehr einer extremen Defensive des Gegners ausgesetzt. Die vermeintlich schwächeren Mannschaften sind inzwischen in der Lage, gut organisiert zu spielen, weil ihre Spieler eine elementar gute taktische und technische Ausbildung besitzen, körperlich über eine Grundfitness verfügen. Für die Weltspitze wird es extrem wichtig, Lösungen gegen solche Gegner zu finden", meinte Löw.

Allerdings komme die deutsche Auswahl "damit klar, wenn auch nicht in jedem Spiel über die volle Distanz. Wir sind eine Mannschaft, die in der Lage ist ein Spiel zu machen und die gelernt hat, einen Gegner zu dominieren. Die Laufwege, die Raumaufteilung, das Spiel im letzten Drittel sind entscheidend, vor allem der letzte Pass. Wir machen das noch nicht perfekt, aber schon sehr gut."

Unterdessen schloss er klar aus, dass der Brasilianer Rafinha vom FC Bayern, der sich demnächst einbürgern lassen will, eine neue Option für die Position des Rechtsverteidigers werden könnte: "Das ist für uns kein Thema. Wir haben auch in den vergangenen Jahren nie versucht, mithilfe der Nationalmannschaft den Wechsel einer Staatsbürgerschaft zu forcieren."

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