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Joachim Löw muss Lösungen für die deutschen Probleme finden
Joachim Löw (r.) schleppt mehrere dauerhafte Probleme mit sich herum © SPORT1-Grafik Paul Haenel/Getty Images

Deutschland quält sich mit dem Zittersieg gegen Georgien zur EM. Joachim Löw ist gefragt, die Baustellen im Sturm und auf den Außenverteidigerpositionen zu schließen.

Das Positive vorweg: Durch den 2:1-Sieg gegen Georgien hat die deutsche Nationalmannschaft die EM-Qualifikation als Gruppensieger beendet. Doch für den Weltmeister war der Weg zur Europameisterschaft eher eine Quälifikation.

Mit Mühe und Not schaffte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw einen Sieg gegen den 110. der Weltrangliste.

Löw und sein Trainerteam müssen endlich Lösungen für die Probleme in der Mannschaft finden.

Im Sturm setzte er weiter auf sein System ohne echten Stürmer. Zwar schoss Thomas Müller in den Quali-Spielen neun Tore, aber die perfekte Lösung für den zentralen Platz ist der Bayer nicht. Müller kann seine Stärken besser auf der rechten Seite einbringen.

Mario Götze spielte zuletzt stark, doch er fällt mindestens bis zum Jahresende aus und muss sich dann erst wieder zurückkämpfen.

Als Ersatz für Götze konnten sich weder Mesut Özil noch Andre Schürrle empfehlen, Max Kruse ist auch kein Neuner. Marco Reus zeigte nicht nur gegen Georgien Schwächen im Abschluss. Löw hat es nicht geschafft, eine Alternative heranzuziehen, falls es mit der falschen Neun nicht läuft.

Die Ersatzleute bekamen keine Gelegenheit, sich zu zeigen (Kevin Volland), oder wurden erst sehr spät eingewechselt, wie Kruse oder Karim Bellarabi gegen Georgien. Stattdessen vertraute Löw auf Reus und Schürrle, obwohl diese nicht in Form sind.

Über Mario Gomez sagte er in der vergangenen Woche, die Tür sei für den Mittelstürmer nicht zu. Doch Gomez und auch Bundesliga-Torschützenkönig Alex Meier entsprechen offenbar nicht dem Anforderungsprofil des Bundestrainers.

Während er im Sturm auf seine etablierten Spieler vertraute, probierte Löw auf den Außenpositionen in der Abwehr immer wieder etwas Neues aus. 

Nach dem Georgien-Spiel stellte er - mehr als nur indirekt - Jonas Hector und Matthias Ginter an den Pranger. Dabei bräuchten diese jungen Spieler eher Unterstützung. Denn die Außenverteidiger-Positionen sind die zweite große Baustelle. Marcel Schmelzer ist bei Löw außen vor.

Auch Sebastian Rudy und Emre Can haben sich nicht aufgedrängt. Beide spielen in ihren Vereinen auf einer anderen Position. Die Lücke, die Philipp Lahms Rücktritt gerissen hat, ist immer noch offen.

Für die November-Spiele gegen Frankreich und die Niederlande hat Löw Änderungen angekündigt. Vielleicht bekommt Bastian Oczpika eine Chance auf links, womöglich kann Christian Träsch auf rechts auf eine Rückkehr ins DFB-Team hoffen.

Im März geht es in München gegen England. Bayern Münchens Rechtsverteidiger Rafinha hat Interesse bekundet, für Deutschland spielen zu wollen. Löw blockte diesbezüglich zuletzt ab.

Bis zur EM sind es nur noch acht Monate, es gibt nur noch vier Testspiele. Die Zeit drängt. Löw muss endlich Lösungen für die Probleme finden.

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