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Bundestrainer Joachim Löw hat die Entscheidung begrüßt, das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande am Dienstag nach den schockierenden Anschlägen in Paris stattfinden zu lassen.

"Das Spiel ist eine klare Botschaft für Freiheit und Demokratie", sagte der Bundestrainer auf einer Pressekonferenz am Montag: "Es geht um Respekt und Unterstützung gegenüber unseren französischen Freunden. Wenn wir dieses Spiel als Zeichen stattfinden lassen, so haben wir unabhängig vom Ergebnis bereits jetzt gewonnen". (Die Pressekonferenz zum Nachlesen)

Sportliche Rivalität im Hintergrund

Löw räumte jedoch ein, dass sein erster Gedanke ein anderer war. "Als ich nach dieser schrecklichen Nacht in Frankfurt landete, hatte ich nicht das Gefühl, dass dieses Spiel stattfinden kann", so Löw. Erst am Sonntag habe man sich "in einem Gefühl der Schockstarre" entschieden, in Hannover anzutreten.

Nicht dabei sein werden neben Bastian Schweinsteiger, der wie bereits im Vorfeld besprochen abgereist ist, auch die angeschlagenen Jerome Boateng und Jonas Hector. Die sportliche Rivalität mit den Niederlanden trete aber aufgrund der Ereignisse ohnehin "klar in den Hintergrund."

DFB-Team will Zeichen setzen

Teammanager Oliver Bierhoff kündigte daher einen symbolischen Akt im Vorfeld der Partie an: "Es gibt Ideen, die franzöische Hymne zu singen oder auch der Trikot der französischen Nationalmannschaft zu tragen. Es wird in jedem Fall etwas vor dem Spiel passieren."

Angst vor weiteren Anschlägen habe das Trainerteam derzeit nicht. "Im Moment haben wir keine Sorgen, weil die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärk wurden", sagte Löw, erklärte aber, dass er mit dem Teampsychologen mögliche Maßnahmen besprechen wolle. 

Bierhoff lobt Einstellung

"Die Spieler wissen, dass sie trotz der eigene Einstellungen, vielleicht nicht spielen zu wollen, trotzdem die Verpflichtung gegenüber den Fans haben und wissen, dass sie mit dem Sport einiges bewegen können", lobte Bierhoff den Charakter der Mannschaft: "Uns war immer wichtig, dass wir als Botschafter für Freiheit und Toleranz auftreten."

Am Freitag war es während der Partie zwischen Frankreich und Deutschland in Paris zu mehreren terroristischen Anschlägen gekommen. Nach Polizeiangaben ließen 132 Menschen ihr Leben. Weitere 350 wurden verletzt.

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