Video

Im Gespräch mit SPORT1 erläutert Dr. Rainer Koch, warum das Länderspiel gegen die Niederlande stattfinden wird. Allerdings sei die Vorfreude deutlich getrübt.

Für den ersten DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch ist die Austragung des Länderspiels gegen die Niederlande trotz der Anschläge von Paris alternativlos.

"Es stand außer Frage, dass das Spiel stattfinden muss. Denn die Demokratie muss sich wehren, wir müssen deutliche Zeichen setzen und dürfen vor dem Terror nicht weichen. Unsere französischen Freunde spielen in England und wir sind uns eng abgestimmt alle einig, dass wir am Dienstag in Hannover gegen die Niederländer spielen wollen", sagte Koch im Gespräch mit SPORT1.

Daher sei die Entscheidung des DFB, den Koch nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach interimsweise gemeinsam mit dem anderen 1. Vizepräsidenten Dr. Reinhard Rauball führt, am Sonntag einmütig getroffen worden. Zuvor habe man sich auch intensiv mit der Polizei ausgetauscht.

Getrübte Vorfreude

"Wir stehen in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden. Hätten die uns kein klares grünes Licht gegeben, dann hätten wir das Spiel auch nicht ausgetragen. Aber auch von dort ist uns gesagt worden: Das Spiel muss stattfinden, wir sind in der Lage hier für Sicherheit zu sorgen. Denken Sie an die Amerikaner nach dem 11. September. Die haben auch gesagt: Wir müssen Zeichen setzen, dass unsere demokratische Gesellschaft nicht zerstört werden kann. Wir weichen vor dem Terror nicht zurück. Deswegen würde ich mich freuen, wenn wir am Dienstag in Hannover ein volles Stadion haben werden und gemeinsam ein klares Signale  setzen: Nous sommes unis – wir sind vereint."

Gleichwohl gab er zu, dass die Vorfreude auf die Partie durch die aktuelle Situation deutlich getrübt sei. "Das ist natürlich kein Spiel wie jedes andere, das kann kein La Ola-Spiel sein, wo wir den Fußball feiern. Sondern das muss ein Zeichen der Solidarität mit dem französischen Fußball, mit den Menschen in Frankreich  sein. Dass wir aufzeigen, dass wir ganz, ganz fest an der Seite unserer französischen Freunde sind. Mit unseren Gefühlen, aber auch mit unserer Bereitschaft, den Kampf gegen den Terror aufzunehmen", sagte Koch.

Er selber werde daher auch nach Hannover fahren, "weil ich selbstverständlich auch mich selber in der Verantwortung sehe, hier ein Zeichen zu setzen: Signale der Solidarität, aber auch der Wehrhaftigkeit. Aber natürlich fahre ich auch mit dem Gefühl der Trauer und der Betroffenheit dahin. Es kann nur ein Zeichen geben: Zusammenstehen und kämpfen gegen diese Bedrohung der demokratischen Gesellschaft".

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel