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München - Von Zieler bis Leno, von ter Stegen bis Trapp: In letzter Zeit leisteten sich die deutschen Nationaltorhüter einige Patzer. Bodo Illgner gibt bei SPORT1 aber Entwarnung.

Auch Manuel Neuer ist nicht perfekt. Im Champions-League-Hinspiel beim FC Arsenal segelte er unter einer Flanke hindurch und leitete so die 0:2-Niederlage des FC Bayern ein.

Nicht nur Neuer, auch Marc-Andre Ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno leisteten sich in den vergangenen Wochen folgenschwere Patzer.

Hat die Torwart-Nation Deutschland vor dem Freundschaftsspiel gegen Frankreich (Fr., ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) jetzt etwa ein Problem?

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und Ex-Nationaltorhüter Bodo Illgner geben bei SPORT1 Entwarnung.

"Fehler passieren. Das ist ganz normal. Egal, ob jemand jung oder alt ist", sagt Illgner, seines Zeichens Weltmeister von 1990. "Das Problem ist, dass alles sofort sehr hochgehängt wird", findet Köpke.

Auch Ronaldo und Messi machen Fehler

Illgner zieht sogar einen Vergleich zu den Superstars des Fußballs.

"Man sieht es sogar bei den besten Feldspielern wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi. Egal, wie sie alle heißen, die Besten haben immer wieder eine Phase, wo es nicht so gut läuft - und das ist bei Torhütern nicht anders", meint der ehemalige Schlussmann von Real Madrid.

Neuer ist Weltmeister und Welttorhüter, er ist die unangefochtene Nummer eins und über jeden Zweifel erhaben.

Dass der 29-Jährige nicht frei von Fehlern ist, dürfte für die aufstrebenden Torhüter zumindest ein kleiner Trost sein.

Ter Stegen fehlt wegen Zahn-OP

Für Leno, Neuling Trapp und Rückkehrer Ron-Robert Zieler ist allein die Nominierung für das DFB-Team ein Erfolg.

Ter Stegen ist wegen einer Zahn-OP dieses Mal nicht dabei, wie Köpke am Mittwoch in München noch einmal erklärte.

Der Bundestorwarttrainer verriet, dass Neuer in Paris gegen Frankreich im Tor stehen wird.

Pech für Trapp, seit dem Sommer bei Paris Saint-Germain.

Trapp patzt gegen Real Madrid

Im Starensemble von PSG eroberte sich der 25-Jährige einen Stammplatz und verdrängte den Italiener Salvatore Sirigu auf die Ersatzbank.

Doch beim 0:1 im Champions-League-Spiel bei Real Madrid patzte der Ex-Frankfurter und kassierte im vierten Spiel seinen ersten Gegentreffer in der Königsklasse.

"Er hat zwar jetzt gegen Real und auch gegen Bordeaux Fehler gemacht, aber das sind  Dinge, die ihn in seiner Entwicklung weiterbringen", findet Köpke.

Viele Patzer wird aber auch Trapp sich nicht leisten können. "Er hat einen starken Konkurrenten und keine hundertprozentige Garantie, dass er immer spielt“, vermutet Illgner.

Ter Stegen kassiert 50-Meter-Tor

Ter Stegen sah zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase beim 1:1 des FC Barcelona in Rom nicht gut aus, als er ein Tor aus 50 Metern Entfernung kassierte.

Im Sommer hatte der Ex-Gladbacher im Supercup gegen Athletic Bilbao (0:4) bei einem Weitschuss aus 40 Metern ebenfalls keine gute Figur abgegeben. In der Liga ist er hinter dem Chilenen Claudio Bravo nur die Nummer zwei.

"Er hat in Barcelona einen sehr starken Konkurrenten und muss sich dort auch erst durchsetzen", sagt Spanien-Experte Illgner.

Zuletzt hatte Ter Stegen, der die EM 2012 und die WM 2014 knapp verpasste, in den EM-Qualifikationsspielen im September und Oktober wieder im DFB-Kader gestanden.

Es geht ums Gesamtpakt und Konstanz

Auch Bernd Leno, zuvor in Leverkusen lange fehlerlos, war zuletzt nicht frei von Patzern.

"Wir wissen diese Dinge einzuschätzen. Es geht um das Gesamtpaket und vor allem um die Konstanz“, betont Köpke jedoch.

Ältere Keeper wie Neuer würden solche Fehler "natürlich seltener“ machen als die Jüngeren, die noch mehr in der Entwicklung stehen und diese Fehler auch brauchen, um sich weiterzuentwickeln", meint Illgner.

Für den Vize-Europameister vom 1992 hat sich an der Torwart-Situation im DFB-Team nichts geändert: "Neuer ist für mich nach wie vor das Maß aller Dinge, dahinter sind Leno und Ter Stegen mehr oder weniger gleichauf, kurz dahinter kommt Trapp."

Zieler nach Pause wieder dabei

Wieder mit dabei ist Weltmeister Ron-Robert Zieler, der zuletzt zweimal nicht nominiert war, weil Leno und Ter Stegen eingeladen waren.

"Leno und Ter Stegen waren lange in der U21 blockiert, wir wollten mal etwas testen", sagt Köpke zu SPORT1: "Jetzt haben wir die Möglichkeit, und die wollen wir auch nutzen."

Zieler ist zwar erst 26, doch wird er es schwer haben, sich gegen die starken Konkurrenten auf Dauer zu behaupten.

Fährmann und Horn im Blickfeld

Schalkes Ralf Fährmann (27) empfiehlt sich seit Monaten mit guten Leistungen und spielt im Gegensatz zu Zieler international.

"Es gibt noch andere Torhüter, die gute Leistungen zeigen. Man kann aber nicht allen gerecht werden", meint Köpke.

Ein Mann für die Zukunft könnte der Kölner Timo Horn werden. "Man muss auch ihn nennen, es gibt da nur noch kleine Nuancen zu den anderen", sagt Illgner über den U21-Nationaltorwart.

Fazit: Um die deutschen Torhüter muss man sich keine Sorgen machen.

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