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Thomas Müller ist momentan der wahrscheinlich beste Spieler in Deutschland. Er wird mit Rekordsummen gehandelt und begegnet dem ganzen mit Humor - wie der Holländer-Witz zeigt.

Jetzt erzählt Thomas Müller also auch noch Holländer-Witze. "Wenn nicht jetzt, wann dann", sagt er. "Ich bin da absolut dafür!"

Will man den Holländer-Witz als gesellschaftliches Phänomen fassen, landet man schnell bei seiner Allgemeinverträglichkeit. Jeder kann lachen, jeder kann irgendwie zustimmen - ist ja nicht böse gemeint. Und er ist ja auch tatsächlich lustig (für die meisten), manchmal sogar geistreich.

Thomas Müllers ist in Deutschland sowas wie der Holländer-Witz. Mag man Holländer-Witze, mag man ihn vermutlich auch, und vice versa. Die meisten mögen Müller.

Er ist der wahrscheinlich beliebteste Spieler in Deutschlands Nationalelf: Humorvoll, eloquent, mit klarer Meinung und lockeren Sprüchen statt phrasenbeladenem Sportler-Sprech.

Der deutsche Superstar

Was lange übersehen wurde: Müller ist wahrscheinlich auch der beste Spieler der Nationalelf. Er ist der deutsche Superstar, der Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi von seiner Bedeutung für eine Mannschaft am nächsten kommt.

Ohne Müller sind Deutschland wie der FC Bayern München… naja, nur halb so gut vielleicht nicht, aber in jedem Fall stark geschwächt. Müller fehlt eben - wie zum Beispiel beim WM-Halbfinale 2010 (0:1 gegen Spanien), wie den Bayern beim CL-Finale 2012 (3:4 i.E.) nach Tor und Auswechslung.

Nicht umsonst buhlt mittlerweile ganz Europa um den Angreifer. Manchester United hat im Sommer nach SPORT1-Informationen eine Rekordablöse von 100 Millionen Euro geboten. Trainer Louis van Gaal, einer seiner größten Förderer, sagte mal: "Müller spielt bei mir immer!"

Damit er nicht bald (wieder) bei van Gaal spielt, wollen die Münchner Müller jetzt mit einem Jahresgehalt von 15 Millionen Euro bis 2020 binden, berichtet die Bild. Das wäre ein doppelt so hohes Salär wie bisher – ein Vertrag in Ronaldo-Dimensionen. Müller ist für die Bayern unverkäuflich.

Der Anti-Ronaldo

Wenngleich Müller ein ganz anderer Spielertyp als der dreimalige Weltfußballer ist, ganz zu schweigen vom Charakter (oder haben Sie Ronaldo schon mal Holländer-Witze erzählen hören?). Müller ist sozusagen ein Anti-Ronaldo – auf und abseits des Platzes.

Er spielt nicht immer schön, dafür effektiv. Er sieht nicht immer gut aus, aber er trifft. Seine Tore schießt er mit allen Körperteilen – und stolpert zwischendrin auch mal gerne über seine eigenen Beine. Statt über seine "Einzigartigkeit" zu sprechen, scherzt Müller lieber über seine "dünnen Waden" (Zitat: "Wo keine Muskeln sind, kannst du dir auch nicht wehtun").

Ein Münchner Poetry Slammer hat das mal auf die passende Formel gebracht: "Thomas Müller macht einfach!" Recht hat er.

Ähnlich effektiv wie Gerd

Weltmeister und Champions-League-Sieger ist Müller mit seinen 26 Jahren bereits. Dazu gewann er einen Goldenen Schuh bei der WM 2010, einen Silbernen Schuh bei der WM 2014 und zahlreiche nationale Titel.

Müller ist ähnlich effektiv wie sein Namensvetter Gerd. Im Schnitt trifft er fast in jedem zweiten Spiel, ist an zwei von drei Treffern seiner Mannschaften beteiligt. In seiner Profizeit beim FC Bayern hat er in bisher 410 Spielen 179 Tore erzielt und 109 Tore aufgelegt. Im Nationalteam ist die Quote sogar noch besser.

Müllers Trainer heben stets sein gutes Spielverständnis hervor, deshalb ist er auch so flexibel einsetzbar. Müller ist Instinktfußballer - kann ein Spiel lesen, wie kaum ein anderer.

Müller - ein echter Oberbayer

Und auch privat unterscheidet sich Müller von so vielen anderen Superstars. Geboren und aufgewachsen in Weilheim, wohnt er in Holzkirchen, bald will er nach Otterfing umziehen.  

Ein Junge vom Land, verwurzelt mit seiner Heimat. Urlaub macht er am Starnberger See, statt Unterwäsche zu vermarkten unterstützt er seine Frau Lisa mit ihrem Pferdegestüt. Schon mit 19 Jahren hat das Paar geheiratet.

Das alles spricht für eine Vertragsverlängerung. Gut möglich, dass Thomas wie Gerd für immer beim FCB bleibt.

Kennen Sie den schon?

Man könnte auch sagen: Thomas Müller ist so bodenständig wie der Holländer-Witz. Sicher kann er auch mal fies sein wie dessen Pointe (siehe Video).

Ach ja, kennen Sie den schon:

"Warum haben die Holländer so große Ohren? Weil sie als Kinder von ihren Vätern an den Selben hochgehoben wurden und gesagt bekamen: Schau, da drüben wohnt der mehrfache Welt- und Europameister!"

Da drüben wohnt Thomas Müller.

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