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Philipp Lahm mit dem WM-Pokal 2014 in Brasilien
Philipp Lahm (M.) trat nach dem WM-Titel 2014 in Brasilien aus dem DFB-Team zurück © Getty Images

München - Zum Auftakt in ein packendes Sportjahr 2016 zeigt SPORT1 legendäre Sportler mit der Nummer 16. Teil 1 der Serie: Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm.

Als Philipp Lahm die Treppen des legendären Maracana emporstieg, wusste er bereits Bescheid. Ihm war klar, dass dieser Gang der letzte mit dem Adler auf der Brust sein würde.

Philipp Lahm stemmt den WM-Pokal in die Höhe
Die Krönung: DFB-Kapitän Lahm stemmt nach dem WM-Finale 2014 den Pokal in die Höhe © Getty Images

Wenig später stemmte die Nummer 16 als Erster den WM-Pokal in den Himmel von Rio. Acht Jahre, nachdem er im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica das Sommermärchen entfachte, hatte er die Mission seiner goldenen Generation erfüllt - und trat auf dem Höhepunkt ab.

Sein Rücktritt kam überraschend, doch Lahms Entschluss stand schon länger fest. Der Münchner trifft keine Entscheidungen aus einer Emotion heraus.

Lob von allen Seiten

Kühl und berechnend nennen ihn seine Kritiker, doch in seiner Karriere hat noch nie ein Trainer oder Mitspieler ein schlechtes Wort über den mittlerweile 32-Jährigen verloren, der am Montag mit dem FC Bayern in die Vorbereitung auf die Rückrunde startet (ab 16 Uhr im LIVE-Blog).

Pep Guardiola adelte Lahm als "den intelligentesten Spieler, den ich je trainiert habe", selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ es sich nach seinem Rücktritt nicht nehmen, Lahm "den größten Respekt" auszusprechen.

Die wohl treffendstn Analyse über das unaufgeregte und meist fehlerfreie Spiel des heute 32-Jährigen, der als Zwölfjähriger von seinem Heimatverein FT Gern zum FC Bayern wechselte, lieferte jedoch Bayerns Co-Trainer Hermann Gerland. "Schlecht spielen kann der gar nicht", so der Tiger.

Förderer Gerland und Magath

Gerland war es auch, der Lahm, nachdem er ihn zwei Jahre lange bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern trainiert hatte, unbedingt in der Bundesliga sehen wollte.

Er überzeugte Felix Magath vom Talent des 20-Jährigen und Lahm fand sich wenig später als Leihspieler beim VfB Stuttgart wieder. Ein Jahr, nachdem Magath 2004 als Trainer in München anheuerte, kehrte auch Lahm zurück in die bayerische Landeshauptstadt. Es folgte eine beispiellose Karriere.

Philipp Lahm beim VfB Stuttgart
Als Leihspieler beim VfB Stuttgart schaffte Lahm den Durchbruch in der Bundesliga © Getty Images

Lahm entwickelte sich zu einem der besten Außenverteidiger der Welt und reifte sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft zum absoluten Führungsspieler. Unter Pep Guardiola bewies er zudem, dass er in der Lage ist, auf nahezu jeder Position zu glänzen.

Als Kapitän holte er 2013 mit den Bayern das Triple, ehe er seiner Laufbahn mit dem Triumph in Brasilien 2104 die Krone aufsetzte. 17 Titel hat Lahm bislang gesammelt. Die Chance ist groß, dass bis zu seinem angekündigten Karriereende im Jahr 2018 noch die eine oder andere Tropähe mehr in die Vitrine wandert.

Für immer Bayern?

Für die Zeit nach seiner Karriere trainiert Lahm schon jetzt seine wirtschaftlichen Fähigkeiten, gründete eine Stiftung und plante die Übernahme der Modefirma Bogner.

Gebürtiger Münchner, konsequent und mit dem Instinkt ausgestattet, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen: Lahms Zukunft in der Vereinsführung des FC Bayern gilt als sicher.

Sollte es doch anders kommen, Lahm hat es sicherlich schon lange geplant.

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