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Historisch: Serdar Tasci (hinter, 3. v.l.) in seinem letzten Länderspiel am 11. August 2010 in Dänemark
Historisch: Serdar Tasci (hinter, 3. v.l.) in seinem letzten Länderspiel am 11. August 2010 in Dänemark © dpa Picture Alliance

Bayern-Neuzugang Serdar Tasci sagt: Die Nationalelf hat er noch nicht abgeschrieben. Die Aufstellung bei seinem letzten Einsatz offenbart neuere deutsche Fußball-Geschichte.

Als der FC Bayern verkündete, dass man kurz vor Ende der Transferfrist Serdar Tasci ausleihen wird, rieben sich einige verwundert die Augen.

Schließlich hatten viele Fans den Verteidiger, der die akuten Abwehrprobleme der Münchner lösen soll, nicht mehr auf dem Radar.

Im Sommer 2013 wechselte Tasci vom VfB Stuttgart zu Spartak Moskau. Seitdem war es relativ still geworden um den heute 28-Jährigen.

EM noch nicht abgeschrieben

Früher als deutsche Abwehr-Hoffnung gehandelt, war Tasci auch keine Thema mehr in der Nationalmannschaft - auch wegen vieler Verletzungen.

Bei seiner Vorstellung in München ließ Tasci dann aber gleich auch mit Blick auf das DFB-Team aufhorchen: "Um die Nationalmannschaft abzuhaken, dafür bin ich zu jung", kündigte er an.

Selbst die EM im Sommer hat Tasci noch nicht abgeschrieben.

Letzter Einsatz: August 2010

Dabei ist sein letzter Einsatz im Trikot mit dem Adler auf der Brust schon viele Jahre her: Am 11. August 2010 lief Tasci zum letzten Mal für Deutschland auf.

Und die Aufstellung des Freundschaftsspiel beim 2:2 in Dänemark wirkt wie ein Blick in ein verstaubtes Geschichtsbuch des deutschen Fußballs.

Zugegebenermaßen: Es war Spiel eins nach der WM in Südafrika, bei der die deutsche Mannschaft mit offensivem Spiel und Platz drei viele Sympathien gewann.

Die Stammkräfte fehlten, es lief eher der zweite bis dritte Anzug der damaligen Truppe von Bundestrainer Joachim Löw auf.

Trotzdem: Die meisten Mitspieler Tascis von damals haben ihre Karriere mittlerweile beendet oder haben zumindest mit der Nationalelf rein gar nichts mehr zu tun.

Wiese im Tor, Hitzlsperger Kapitän

Im Tor damals: Der heutige Bodybuilding-Experte und (Vielleicht-)Profiwrestling-Anwärter Tim Wiese.

Die Abwehrreihe: Andreas Beck (heute Türkei-Legionär), Jerome Boateng (verletzt und Mitgrund für Tascis Vertrag bei Bayern) und Marcel Schäfer (damals wie heute VfL Wolfsburg).

Dann das Mittelfeld: Christian Träsch (früher Tasci-Kollege beim VfB, heute Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (damals sogar Kapitän, später erster Nationalspieler, der sich ein Coming-Out traute) und Christian Gentner (Christian Gentner).

Gomez macht Mut

Neben Boateng der einzige spätere Weltmeister im Team: Toni Kroos (Triple-Sieger mit den Bayern, dann Real Madrid).

In der Offensive wirbelte: Marko Marin (damals bei Werder Bremen, danach vom FC Chelsea gekauft und in dieser Reihenfolge ausgeliehen an Sevilla, Florenz, Anderlecht und Trabzonspor).

Die Sturmspitze könnte Tasci allerdings Mut machen: Torschütze Mario Gomez war ebenfalls wegen zahlreicher Verletzungen im DFB-Team abgemeldet, verpasste die WM 2014, kämpfte sich zuletzt aber zurück in die deutsche Auswahl. Der eingewechselte Patrick Helmes, inzwischen verletzungsbedingt im Ruhestand, erzielte sein zweites und letztes Tor für die DFB-Auswahl, die eine 2:0-Führung verspielte.

Die Aufstellung des DFB-Teams bei Tascis letztem Einsatz im Überblick: 

Wiese - Beck, Boateng, Tasci, Schäfer - Träsch, Hitzlsperger, Gentner - Kroos, Marin - Gomez

Eingewechselt: Hunt, Riether, Helmes, Schulz

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