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Germany v England - International Friendly
Eric Dier (M.) köpfte in der Nachspielzeit den Siegtreffer © Getty Images

Berlin - Dank Mario Gomez scheint Deutschland im Klassiker gegen England klar auf Siegkurs. Ein Traumtor ermöglicht die furiose Aufholjagd der Gäste.

Bei Weltmeister Deutschland ist zweieinhalb Monate vor Beginn der EM-Endrunde in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) noch reichlich Sand im Getriebe.

Im prestigeträchtigen Klassiker gegen England verspielte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Berlin eine 2:0-Führung und startete mit einer 2:3 (1:0)-Niederlage ins EM-Jahr.

Dabei offenbarte der Weltmeister besonders im Abwehrverhalten Schwächen. Für den nächsten EM-Härtetest am Dienstag in München gegen Italien ist eine Steigerung in nahezu allen Bereich erforderlich.  

"England hat am Ende verdient gewonnen", sagte Löw im ZDF: "Wir waren nicht in der Lage, nach der Führung Ruhe reinzubringen und den Gegner vor Probleme zu stellen. Das war eine gute Lehrstunde für die Mannschaft."

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(Der frühere Nationalspieler Steffen Freund am Ostersonntag ab 11 Uhr LIVE im Vokswagen Doppelpass im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm)

"Wir wollen Europameister werden. Deswegen war das eine dumme und unnötige Niederlage, denn wir haben in der zweiten Halbzeit völlig die Ordnung verloren", sagte Sami Khedira, der den verletzten Bastian Schweinsteiger als Kapitän vertrat.

Gomez beendet schwarze Serie

Nach der falschen Abseitsentscheidung bei einem Treffer des insgesamt überzeugenden Rückkehrers Mario Gomez (27.) brachte Toni Kroos die deutsche Elf in Führung: Zwei Minuten vor der Pause nutzte der Mittelfeldstar von Real Madrid vor 72.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion einen seltenen Freiraum zu einem Linksschuss aus gut 25 Metern zum schmeichelhaften 1:0. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Zwölf Minuten nach dem Seitenwechsel erhöhte Gomez, der sich über Wochen durch starke Leistungen bei Besiktas Istanbul für sein Comeback beim DFB-Team nachdrücklich empfohlen hatte, per Kopf auf 2:0. Für den 30-Jährigen bedeutete der Treffer das erste Länderspiel-Tor seit seinem Doppelpack im EM-Spiel am 13. Juni 2012 gegen die Niederlande.

Defensive mit Problemen

England kam allerdings danach durch Harry Kane (61.) schnell ins Spiel zurück und durch das erste Länderspiel-Tor des kurz zuvor eingewechselten Shootingstars Jamie Vardy (74.) auch zum durchaus verdienten Ausgleich. Der Leicester-Profi setzte den Ball fantastisch per Hacke unerreichbar für Manuel Neuer ins deutsche Tor.

In der Nachspielzeit besiegelte Eric Dier die deutsche Niederlage (90.+1.). (DATEN: Die Statistiken zum Spiel)

Vor allem in der Defensive des Weltmeisters hakte es 78 Tage vor dem ersten EM-Vorrundenspiel am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine lange an allen Ecken und Enden. Ohne die verletzten Abwehrspieler Jerome Boateng und Benedikt Höwedes wirkte aber besonders die Viererkette gegen mutig agierenden Engländer nicht besonders sicher.

Mit Emre Can auf der rechten Außenbahn und Antonio Rüdiger in der Innenverteidigung fehlte es der Hintermannschaft an Stabilität. Dennoch verhalf Löw dem Leverkusener Jonathan Tah im zweiten Durchgang im Tausch gegen Abwehrchef Mats Hummels zum Länderspiel-Debüt.

Keeper Butland im Pech

Die Gäste, die keinen ihrer vorherigen acht Auftritte in der deutschen Hauptstadt gegen die DFB-Auswahl verloren hatten, konnten die immer wieder aufreißenden Lücken aber nicht nutzen. Kane vergab dabei früh die zunächst beste Gelegenheit für den Weltmeister von 1966 (7.).

Im Spiel nach vorne wussten die Platzherren in ihrem ersten Spiel nach den Terroranschlägen von Paris beim Länderspiel in Frankreich am 13. November durchaus zu gefallen. Allerdings blieben ganz große Chancen weitgehend Mangelware.

Gomez und auch Kroos hatten zwar vereinzelt gute Szenen im Strafraum der Three Lions, unter dem Strich war das Gehäuse von England Ersatztorhüter Jack Butland allerdings abgesehen vom nicht anerkannten Gomez-Treffer bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechselung nach Deutschlands Führungstreffer kaum in ernsthafter Gefahr.

Özil bleibt blass

In der zweiten Hälfte bot sich insbesondere nach Englands Anschlusstreffer das gleiche Bild. Mehrfach geriet Löws Abwehr bei schnellen Angriffen der Gäste in arge Bedrängnis, wiederholt auch durch individuelle Schwächen.

Von Mesut Özil war nur wenig zu sehen, und auch Marco Reus und Thomas Müller blieben ausgesprochen blass. Auch die Hereinnahme von Lukas Podolski veränderte an der Gewichteverteilung im Spiel kaum etwas zugunsten von Löws Mannschaft, in der die beiden Torschützen sich die Bestnoten verdienten.

Die Begegnung fand nach den jüngsten Terroranschlägen von Brüssel unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt. Vor dem Anpfiff blieb es nach Polizeiangaben in der Hauptstadt ruhig. Beide Teams trugen in Gedenken an die Opfer der Terroranschläge in der belgischen Hauptstadt Trauerflor, zudem hatte es vor dem Anpfiff eine Schweigeminute gegeben.

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