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Germany v England - International Friendly
Mario Gomez empfahl sich mit 19 Toren in 26 Süper-Lig-Spielen für die Nationalmannschaft © Getty Images

Berlin und München - Mario Gomez darf sich trotz der Niederlage gegen England als Gewinner fühlen. Nach dem Ende seiner Durststrecke in der Nationalmannschaft ist er sichtlich erleichtert.

Warmer Applaus statt Hohn und Spott: Als Mario Gomez in der 80. Minute beim Stand von 2:2 gegen England ausgewechselt wurde, erlebte er im Berliner Olympiastadion ein lange vermisstes Gefühl im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Am Ende durfte sich der Türkei-Legionär nach der 2:3 (1:0)-Niederlage gegen die Three Lions trotzdem als einziger Sieger im Team des Weltmeisters fühlen. (Pressestimmen) 

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"Diesmal möchte ich dabei sein und nicht wie bei der WM nur zuschauen", sagte der 30-Jährige, dem in der 57. Minute sein 26. Länderspieltreffer zum 2:0 geglückt war, mit Blick auf die EM im Sommer. Zuvor war ihm in der 27. Minute fälschlicherweise ein klares Tor aberkannt worden.

"Ich habe halt kein Glück mit Italienern", sagte er lachend in Richtung von Schiedsrichter Gianluca Rocchi und in Anspielung an seine schwere Zeit beim AC Florenz.   

"Wieder Spaß am Fußball gefunden" 

"Ich bin wieder fit und habe auch wieder den Spaß am Fußball gefunden", sagte er nach dem Ende seiner Leidenszeit in der Nationalmannschaft.

Zum bis dato letzten Mal hatte der Stürmer von Besiktas Istanbul am 13. Juni 2012 seinen typischen Torero-Jubel zeigen dürfen. Beim 2:1-Sieg im EM-Vorrundenspiel gegen die Niederlande schnürte Gomez vor fast vier Jahren sogar einen Doppelpack.    

Für RTL-Kommentator Marco Hagemann ist Gomez' Rückkehr zu alter Stärke keine Überraschung: "Er ist ein ganz anderer Spielertyp als vor zwei Jahren", sagte er im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1. "Mario hat an der Athletik gearbeitet, an Selbstvertrauen gewonnen und hat seinen Killerinstinkt wiedergefunden."

Gomez hat wieder "die Körner"

Gomez selbst sieht in der Physis ebenfalls einen wesentlichen  Baustein seiner neuen Stärke. "Ich bin mittlerweile 30, da interessieren mich Tore nicht mehr so. Wichtiger ist für mich, dass ich wieder die Körner habe, um mich gut zu bewegen und so der Mannschaft zu helfen", sagte der Angreifer. Der Spaß spiele dabei eine entscheidende Rolle, und dann komme auch der Erfolg wieder zurück.  

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"Man hat in den vergangenen Monaten gesehen, dass Mario an Selbstvertrauen gewonnen hat", merkte auch Joachim Löw an. "Man hat im Training gemerkt, dass er dynamischer und selbstbewusster ist. Er hat wieder das Näschen für Tore."

Echte Alternative im System

Der Bundestrainer hat nun wieder eine echte Alternative zu seinem bevorzugten System mit einer falschen Neun wie Mario Götze oder Thomas Müller.    

Es zahlt sich nun aus, dass er auch in Gomez' schlechten Zeiten den Draht zu Löw nie verloren hat. "Ich habe seine Entscheidung vor der WM akzeptiert, damals war ich nicht gut in Form", meinte Gomez. "Jetzt zählt aber nur, was kommt. Ich freue mich, dass ich für meine Arbeit wieder belohnt worden bin."  

Das soll sich im Sommer möglichst wiederholen, denn Gomez macht aus seinem großen Ziel EM-Titel keinen Hehl: "Wir haben das Zeug dafür."  

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