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Nach der unnötigen Niederlage gegen England gab es drei Tage später in München mehr Grund zur Freude © Getty Images

München - Deutschland zeigt sich gegen Italien stark verbessert gegenüber der Pleite gegen England. SPORT1 erklärt, warum der Sieg für die Europameisterschaft hoffen lässt.

Es war der letzte Test vor dem EM-Trainingslager, und es war die richtige Antwort auf die unmotivierte Vorstellung gegen England, als es nach einer 2:0-Führung am Ende 2:3 hieß.

Klar, das 4:1 (2:0) gegen ein ersatzgeschwächtes Italien darf man nicht überbewerten, aber der Sieg macht Mut.

SPORT1 sagt, was gegen Italien gut war und warum der Sieg Hoffnung gibt, dass die deutsche Mannschaft auch bei der im Juni beginnenden Europameisterschaft auf den Punkt da ist (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

- Richtige Einstellung:

Man merkte den deutschen Spielern an, dass sie Wiedergutmachung betreiben wollten. Körpersprache, Organisation und Tempo stimmten vom Anpfiff an.

"Wir wollten heute was zeigen und gewinnen", sagte Thomas Müller, der nach der England-Pleite offen Motivationsprobleme in Testspielen eingestanden hatte.

- Aufschwung im Sturm:

Vor den beiden Tests hatten viele Schlimmes befürchtet, aber Mario Gomez und Mario Götze gehören beide zu den Gewinnern. Götze zeigte trotz fehlender Spielpraxis, wie wertvoll er bei der EM sein kann. Auch Gomez strafte die Zweifler Lügen und bot sich als gute Option im Angriff an.

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- Flexible Aufstellung:

Löw baute die Mannschaft auf fünf Positionen um und probierte eine taktische Variante aus.

Die Abwehr-Dreierkette mit Antonio Rüdiger, Shkodran Mustafi und Mats Hummels wurde bei gegnerischem Ballbesitz zur Fünferkette mit den Außenspielern Sebastian Rudy und Jonas Hector. Rudy erhöhte seine EM-Chancen durch eine gute Leistung, Hector zeigte sich stark verbessert und erzielte sogar sein erstes Länderspieltor.

Im Zentrum ließ sich Mesut Özil neben Toni Kroos zurückfallen und zeigte sich gegenüber seiner blutleeren Vorstellung aus dem England-Spiel stark verbessert.

Kroos meinte auf die Frage, ob das Duett mit ihm und Özil auf der Sechs eine Option für die EM sei: "Zwei gute Fußballer funktionieren immer miteinander. Ob es eine Option ist, muss der Trainer entscheiden."

- Viele Spieler übernehmen Verantwortung:

Gegen Italien vertrat Sami Khedira den verletzten Bastian Schweinsteiger als Kapitän und ging als Führungsspieler voran. Gegen Italien übernahm Müller die Spielführerbinde und zog seine Teamkollegen mit.

Mats Hummels, der die Binde nach Müllers Auswechslung überstreifte, überzeugte als souveräner Abwehrchef. Kroos war in beiden Spielen die Schaltzentrale.

- Löw hat die Mannschaft im Griff:

Der Bundestrainer hatte nach dem England-Spiel einige Schwachpunkte erkannt. Er hat es geschafft, diese abzustellen und seinem Team klarzumachen, worum es geht.

"Gegen England haben nicht alle ihre Leistung abgerufen, heute war es besser. Einige haben im Training gezeigt, dass sie in den EM-Kader wollen", sagte Löw am Dienstagabend.

Das gilt auch für Julian Draxler. Der Ex-Schalker zeigte gegen Italien, was in ihm steckt.

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- Konkurrenzkampf läuft:

Jerome Boateng ist nach seiner Muskelverletzung voll im Plan, was ein Comeback im April betrifft. Der Abwehrchef drängt wie auch der zuletzt angeschlagen fehlende Ilkay Gündogan zurück ins Team.

Zudem haben sich die Schalker Leroy Sane, Leon Goretzka, der Dortmunder Julian Weigl und der Münchner Joshua Kimmich in der U21 für höhere Aufgaben empfohlen. Lukas Podolski und einige andere Weltmeister müssen um ihren Platz kämpfen.

Ob Bastian Schweinsteiger und Benedikt Höwedes bis zur EM fit werden, muss man abwarten.

Am 17. Mai benennt Löw sein vorläufiges EM-Aufgebot, bis zum 30. Mai muss er seinen endgültigen 23er-Kader nominieren. In den letzten Tests gegen die Slowakei (29. Mai) und gegen Ungarn (4. Juni) kann der Bundestrainer noch etwas ausprobieren.

Das Spiel gegen Italien sagt nicht viel aus über die EM-Chancen, aber er war ein in die richtige Richtung und sorgt für Ruhe. "Jetzt können wir ohne viel Druck ins Trainingslager gehen und uns das erarbeiten, was wir im Turnier brauchen", meinte Müller.

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