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Von WM-Helden zu Sorgenkindern: Schweinsteiger, Götze, Schürrle (v.l.) © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/dpa Picture-Alliance

Berlin und München - Joachim Löw ist in den nächsten Tagen auch als Seelenstreichler und Motivator gefragt. Vor allem bei Mario Götze und Andre Schürrle. Bastian Schweinsteiger schon wieder verletzt.

Mario Götzes Goldenes Tor nach genialer Vorarbeit von Andre Schürrle, das blutende Gesicht von Kämpferherz Bastian Schweinsteiger.  

Diese Bilder aus dem WM-Finale 2014 in Rio de Janeiro gegen Argentinien haben sich tief ins Gedächtnis der deutschen Fußball-Nation gegraben. Und sie werden wieder präsenter, je näher die nächste große Endrunde rückt.

Im Juni und Juli steigt die EM in Frankreich. Auch dann braucht Fußball-Deutschland wieder Helden. Doch vom Heldenfußball des Sommers 2014 ist die Nationalmannschaft noch so weit entfernt wie Rio von Paris. Das weiß auch Joachim Löw.

Tests gegen England und Italien

"Wenn wir unsere Form beim Turnier nicht verbessern, wird es schwer. Wenn man ein Turnier gewinnen will, muss man - wie wir in Brasilien - sechs, sieben Spiele in Bestform absolvieren", sagte der Bundestrainer vor den beiden Härtetests gegen England (Sa., ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) und Italien (Di., ab 20.45 Uhr im LIVETICKER)

Er betonte aber auch: "Jeder von uns weiß, dass die Mannschaft, wenn ihr Fokus auf das Turnier gerichtet ist, zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage ist. Wenn die EM beginnt, weiß ich, dass wir in der Lage sind, einen Gang hochzuschalten."

Dafür aber wird Löw die gemeinsame Zeit in den kommenden Tagen nutzen müssen, um vor allem seine Sorgenkinder wieder in Form zu bringen. Denn ausgerechnet die drei Helden des Finals gegen Argentinien hängen derzeit mehr oder weniger in den Seilen.

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Bastian Schweinsteiger

Als der Nationalmannschafts-Kapitän in der vergangenen Woche sein Comeback für Manchester United gab, ließ er die Beobachter etwas verstört zurück. Der lange verletzte 31-Jährige ist augenscheinlich noch nicht wieder komplett fit, wirkte schwerfällig und kam kaum in die Zweikämpfe. In den Medien wurde er als übergewichtig bezeichnet.

Löw hat Schweinsteiger aber noch lange nicht abgeschrieben. "Die Zeit bis zur Euro ist noch relativ lange. Sein Ehrgeiz ist ungebrochen extrem hoch, er will weiter Topleistungen bringen", sagte er.

Doch am Dienstag hat sich Schweinsteiger im Training erneut am Knie verletzt. Er flog sofort nach München zum Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, um sich einer Kernspinuntersuchung zu unterziehen.

Bastian Schweinsteiger ist noch nicht ganz fit nach seiner langen Verletzung. © Getty Images

Mario Götze

Beim FC Bayern kam Götze nach seiner Verletzung noch nicht so recht zum Zug, zuletzt in Köln durfte er sich - mal wieder - nur aufwärmen. Für Götze ist die Länderspielpause darum Gold wert. Denn: "Ich baue auf ihn", sagte Löw.

Unter dem Bundestrainer spürt der 23-Jährige das Vertrauen, das ihm sein Vereinstrainer Pep Guardiola zumeist nicht oder nur in homöopathischen Dosen verabreichte.

Mario Götze
Bei Bayern zuletzt außen vor, aber Joachim Löw baut auf Mario Götze. © Getty Images

Andre Schürrle

Der 25-Jährige zeigte in den letzten Wochen beim VfL Wolfsburg aufsteigende Form, in der Nationalmannschaft konnte der Vorlagengeber des WM-Finaltors aber das letzte Mal beim 7:0 gegen Fußballzwerg Gibraltar in der EM-Qualifikation überzeugen.

Sollte Schürrle gegen England und Italien nicht glänzen, müsste er wohl - im Gegensatz zu den anderen beiden müden WM-Helden von 2014 - bis zur endgültigen Kadernominierung für Frankreich Ende Mai um seine EM-Teilnahme bangen.

VfL Wolfsburg v Hamburger SV - Bundesliga
Andre Schürrle zeigte zuletzt aufstrebende Form. © Getty Images
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