vergrößernverkleinern
Steffen Freund hat sich für eine Rückkehr von Philipp Lahm ausgesprochen © SPORT1

Den Experten macht drei Monate vor der EM die Verfassung der DFB-Abwehr Sorgen. Steffen Freund macht sich im Volkswagen Doppelpass für eine Rückkehr des Kapitäns stark.

Knapp drei Monate vor der Europameisterschaft ist beim Weltmeister noch reichlich Sand im Getriebe.

Der Expertenrunde im Volkswagen Doppelpass treibt vor allem der defensive Auftritt der DFB-Elf beim 2:3 gegen England Schweiß auf die Stirn.

"Die Außenpositionen sind unsere Schwachstellen, schon seit Jahren. Wir haben früher Philipp Lahm von rechts nach links gestellt, weil er nicht auf beiden Seiten spielen konnte, aber der beste mit Weltklasse-Niveau war und immer noch ist. Deshalb haben wir jetzt diese Konstellation", sagte Ex-Nationalspieler Steffen Freund.

Top-Spieler suche man auf diesen Positionen in den Reihen des DFB aber vergebens.

"Emre Can rutscht dort rein, weil er es bei der Konkurrenz von Toni Kroos, Mesutz Özil, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira im Mittelfeld momentan nicht schafft. Aber wir haben keine Top-Außenverteidiger."

Ob die Rückkehr von Dortmunds Erik Durm bis zur EM ausreicht, sieht Freund angesichts der immer größeren Stellung der Außenverteidiger im modernen Fußball kritisch.

Thomas Berthold, in seiner aktiven Karriere beinharter Verteidiger, ergänzt: "Die Rechtsaußenposition ist sehr anspruchsvoll. Du musst das Spiel öffnen können, du musst verteidigen und du musst viel laufen. Wenn wir uns unsere Liga anschauen, haben wir da zurzeit keinen passenden Spieler. Man müsste mal den Bundestrainer fragen, warum Schmelzer, Durm oder Huth keine Rolle spielen. Man muss sich das bei der Kaderplanung für die letzten Testspiele schon überlegen."

Für Freund bleibt im Hinblick auf die EM die Rückkehr Philipp Lahms die Ideallösung. "Der beste Mann bleibt auf dieser Position Philipp Lahm. Man muss sich überlegen, ihn zurück zu holen."

Video

Noch deutlicher ob der Leistung des Weltmeisters in Berlin wurde Raphael Honigstein, England-Experte und Kolumnist für SPORT1.de.

"Die Leistung war erschreckend und macht Sorge. Drei Monate vor der EM hat man keine Außenverteidiger, die funktionieren. Es gibt keine Struktur und Balance. Man hat es bei der WM geschafft, das uralte deutsche Problem zu lösen, dass man defensive Stabilität hat. Das war gestern überhaupt nicht zu sehen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel