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Thomas Müller (l.) glaubt an Mario Götze
Thomas Müller (l.) glaubt an Mario Götze © Getty Images

München - Thomas Müller glaubt im SPORT1-Interview, dass Mario Götze rechtzeitig zur EM zu alter Stärke finden wird - und hat mit dem DFB-Team ein klares Ziel.

Am Dienstagmittag landete  Thomas Müller auf dem Flughafen Berlin-Tegel, am Nachmittag stand bereits das erste Training mit der deutschen Nationalmannschaft auf dem Programm.

Am Samstagabend startet das Team von Bundestrainer Joachim Löw dann gegen England (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) in das Länderspieljahr. Es ist das erste Länderspiel seit November vergangenen Jahres, als die Partie in Frankreich von den Pariser Attentaten überschattet wurde und das Spiel gegen die Niederlande abgesagt wurde.

Er "versuche, das so gut wie möglich auszublenden", sagt Müller im SPORT1-Interview auf einem PR-Termin seines Sponsors Gillette für die Promotion der im April startenden "Gillette Uni-Liga" in München (Anm. d. R.: Das Gespräch wurde vor den Anschlägen von Brüssel geführt).

Der Star des FC Bayern spricht über die Tests gegen England und Italien, die holprige Qualifikation, die EM in Frankreich und seinen Vereinskollegen Mario Götze.

SPORT1: Herr Müller, freuen Sie sich ganz besonders auf die beiden Länderspiele gegen England und Italien, auch weil die letzte Länderspielreise nach Frankreich vom Terror überschattet wurde?

Thomas Müller: Ich versuche, das so gut wie möglich auszublenden. Es bringt uns nichts Positives, wenn wir nur daran zurückdenken. Es wird wichtig sein, dass wir als Verband gut vorbereitet sind. Aber da werden die Weichen schon gestellt, dass man sich in Frankreich sicher fühlt.

SPORT1: Welche Bedeutung haben die beiden Spiele für Sie?

Müller: Ich mache die Spiele nicht vom Ergebnis abhängig. Wir brauchen einfach als Mannschaft einen guten Lehrgang, um einen guten Startschuss für 2016 zu setzen. Dafür sind die Spiele gut.

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SPORT1: Sind die Gegner eine zusätzliche Motivation?

Müller: Es sind super Gegner, gegen die es richtig Spaß macht. Auch wenn es "nur" Testspiele sind, ist der Kitzel gegen England und Italien höher.

SPORT1: Auch weil die Gegner in der EM-Gruppenphase nicht das allerhöchste Niveau haben?

Müller: Dadurch, dass mehr Mannschaften bei der EM dabei sind, ist unsere Gruppe vielleicht nicht so fordernd, was die Namen angeht. Aber gewinnen und weiterkommen musst du immer erst einmal. Ich halte es immer für gut, auch in Testspielen gegen starke Mannschaften zu spielen.

SPORT1: Die EM-Qualifikation verlief holprig, die Mannschaft musste Kritik einstecken. Wird es eine Trotzreaktion geben?

Müller: Es wird häufig negativ über die Nationalmannschaft berichtet, aber man muss klar sagen, dass die Qualifikation keine Glanzleistung war. Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, aber wir hatten Probleme aufgrund von Verletzungen und Umstellungen. Wir haben Federn gelassen, aber wir haben uns ohne Umwege qualifiziert. Wir gehen optimistisch ins Turnier.

SPORT1: Könnten Sie sich vorstellen, dass einer wie Borussia Dortmunds Julian Weigl oder vom FC Bayern Joshua Kimmich es zur EM in die Nationalmannschaft schafft?

Müller: Jogi Löw hat vor jedem Turnier ein paar Überraschungen präsentiert. Ich würde nichts ausschließen, aber es ist absolut seine Entscheidung. Jogi Löw und sein Team werden jeden deutschen Spieler aufs Genaueste analysieren und sehen, wen sie brauchen können. Sicherlich spielen beide eine sehr gute Saison.

SPORT1: Auf welcher Position hätte Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft bessere Chancen: Innenverteidigung oder Mittelfeld?

Müller: Diese Diskussion sollten wir alle im Moment überhaupt nicht führen. Lasst den Joshua jetzt einfach mal beim FC Bayern gut spielen, alles andere ergibt sich.

SPORT1: Welche Rolle wird Mario Götze spielen?

Müller: Er wird eine sehr gute Rolle spielen und wichtig für die Mannschaft sein. Davon gehe ich aus.

SPORT1: Kann er es wegstecken, dass er in München keine Spielpraxis hat?

Müller: Bis zur EM ist noch ein langer Weg. Mario kommt aus einer sehr langen Verletzung. Ich denke, wir werden ihn in den nächsten Wochen wieder spielen sehen.

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SPORT1: Sie fahren als Weltmeister zur EM. Nehmen Sie die Favoritenrolle an? Wollen Sie diese Rolle?

Müller: Wenn du amtierender Weltmeister bist, trittst du nicht bei der EM an und sagst: "Wir wollen ins Viertel- oder ins Halbfinale und dann schauen wir mal." Natürlich hast du große Ziele, aber du musst dir bewusst sein, dass man diese Ziele nur als Team erreichen kann.

SPORT1: Wer sind die Hauptkonkurrenten?

Müller: Spanien, Frankreich als Gastgeber, England hat eine sehr gute Quali gespielt, Belgien hat auch sehr talentierte Spieler. Die üblichen Verdächtigen.

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