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Ascona - Im Spiel gegen die Slowakei will Bundestrainer Joachim Löw wichtige Erkenntnisse für die EM gewinnen. Für mehrere Spieler geht es darum, sich zu präsentieren.

Mit dem Länderspiel in Augsburg gegen die Slowakei (ab 17.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) geht der Kampf um die EM-Tickets und die Stammplätze beim DFB-Team in die heiße Phase.

Die Begegnung ist Debütantenball, Casting-Show und ein Schritt zum ersehnten Titel in einem.

Bundestrainer Joachim Löw erhofft sich im letzten Härtetest vor der Nominierung des endgültigen EM-Kaders spätestens bis zum 31. Mai um 24 Uhr wichtige Erkenntnisse. Noch vier Spieler muss Löw aus seinem vorläufigen Aufgebot streichen.

SPORT1 gibt vor dem Spiel einen Überblick über die wichtigsten Aspekte.

Die Debütanten:

Im Tor wird Bernd Leno zu seinem ersten Einsatz im DFB-Dress kommen. Löw hat sich festgelegt, dass der Leverkusener zu Beginn zwischen den Pfosten stehen wird. Marc-Andre ter Stegen soll die zweite Halbzeit spielen. Stammtorhüter Manuel Neuer bleibt in Ascona. Auch die drei Youngster Julian Brandt, Julian Weigl und Joshua Kimmich dürfen Premiere feiern.

"Sie machen alle einen sehr reifen Eindruck. Sie sind wissbegierig und konzentriert bei der Sache. Ich möchte aber auch keinen zu großen Druck aufbauen, sie sollen die Lockerheit nicht verlieren", sagte Löw auf der Pressekonferenz am Samstag.

Löw ließ aber auch durchblicken, dass zumindest ein Teil des Trios den Sprung in den endgültigen Kader verpassen wird. Das macht den Druck bei ihrer Reifeprüfung wiederum nicht geringer.

Neben den Debütanten soll auch Leroy Sane "mindestens 45 Minuten" spielen. Der Schalker, der bislang ein Länderspiel am 13. November 2015 beim denkwürdigen 0:2 gegen EM-Gastgeber Frankreich im Stade de France bestritten hat, hat aus dem Quartett der jungen Feldspieler wohl die besten Chancen auf ein EM-Ticket.

Germany - Ascona Training Camp Day 4
Leroy Sane hat gute Chancen auf einen Platz im EM-Kader © Getty Images

Die Abwehr:

Mats Hummels bleibt nach seinem Muskelfaserriss in der Wade in Ascona. Jerome Boateng ist in der Innenverteidigung gesetzt. Neben Boateng nannte Löw Shkodran Mustafi, Antonio Rüdiger und Benedikt Höwedes als Kandidaten.

Das heißt auch: Löw plant mit Kimmich nicht in der Innenverteidigung. Der 20-Jährige ist für Augsburg eher für das defensive Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger vorgesehen.

Auf der rechten Abwehrseite sind Sebastian Rudy und Emre Can weitere Optionen. Links wird Jonas Hector spielen.

Das Mittelfeld:

Im defensiven Mittelfeld werden Kimmich und Weigl wohl je eine Halbzeit spielen. Einer an der Seite von Sami Khedira, der wohl Kapitän sein wird.

Der andere möglicherweise neben Emre Can. Der Liverpooler, von Löw meist rechts hinten eingesetzt, könnte eine Chance auf seiner Lieblingsposition bekommen.

Der Angriff:

Thomas Müller bekommt gegen die Slowakei noch eine Schaffenspause. Damit rückt insbesondere Mario Gomez ins Scheinwerferlicht. Gomez, der bei der WM 2014 in Brasilien nicht berücksichtigt worden war, will sich für einen Stammplatz empfehlen.

Auch Mario Götze, der nach seinem Rippenbruch wieder voll einsatzfähig ist, könnte ganz vorne im Angriff eingesetzt werden.

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Bastelstunde und Taktikcheck: 

Gegen den 32. der FIFA-Weltrangliste, der erstmals an einer EM teilnimmt, wird Löw möglichst allen gesunden Spielern eine Bewährungsmöglichkeit geben. "Alle, die von Ascona mitkommen, werden auch spielen", sagte Löw.

Taktisch will Löw den Ernstfall für die EM-Gruppenphase gegen die Ukraine, Polen und Nordirland proben. "Für uns ist es wichtig, wie wir gegen eine Wand aus neun, zehn Mann spielen können und Konter vermeiden", sagte Löw.

Ohne Neun:

Mesut Özil, Müller und Neuer bekommen nach zahlreichen Einsätzen in dieser Saison eine Ruhepause, bleiben in Ascona. Das gilt auch für die angeschlagenen Marco Reus, Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels und Karim Bellarabi.

Lukas Podolski stößt nach dem Gewinn des türkischen Pokals mit Galatasaray zwar in Augsburg zur Mannschaft, wird aber noch nicht spielen. Toni Kroos wird nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid am Dienstag in Ascona erwartet.

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