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Ascona - Auf dem Platz besticht Leroy Sane mit seiner hohen Geschwindigkeit. Bei der Zukunftsplanung spannt er seinen Klub Schalke und die interessierten Bayern auf die Folter.

Leroy Sane musste schon ein bisschen einstecken im Trainingslager des DFB-Teams in Ascona.

Von Antonio Rüdiger bekam der 20-Jährige - zum Spaß - eine Ohrfeige verpasst.

Beim Kreisspielchen sechs gegen zwei tummelte sich Sane häufig in der Mitte und wurde sogar mit einem Beinschuss düpiert.

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Gekommen, um zu bleiben - beim DFB

Dem Selbstverständnis des Schalker Wunderknaben tut das aber keinen Abbruch.

Wer Sane in diesen Tagen am Lago Maggiore beobachtet, der spürt dessen Selbstbewusstsein in jeder Bewegung.

Beim 7:0 im Testspiel gegen die U20 am Donnerstagabend erzielte er das 3:0 und war laut Torwarttrainer Andreas Köpke "an vielen Aktionen beteiligt".

Sane ist gekommen, um zu bleiben. Zumindest was das DFB-Team und die Berufung für die EM in zwei Wochen in Frankreich angeht.

Ob er in der nächsten Saison weiter in Schalke bleiben wird, darf indes stark bezweifelt werden.

Kein Treuebekenntnis zu Schalke

Ein Treuebekenntnis zu den Königsblauen gab Sane auf der DFB-Pressekonferenz am Freitag nicht ab. Wohl auch, weil er es gar nicht kann und will.

Nach SPORT1-Informationen befasst sich der FC Bayern intensiv mit einer Verpflichtung des extrem temporeichen Offensivspielers. Zwischen 45 und 60 Millionen Euro Ablöse soll der Rekordmeister bereit sein, nach Gelsenkirchen zu überweisen.

Auch internationale Topklubs buhlen um den Durchstarter.

"Natürlich bekommt man das mit, aber ich versuche, das so gut es geht auszublenden und mir keine Gedanken darüber zu machen", sagte Sane zu den Transferspekulationen. Und fügte hinzu: "Ich habe noch einen Vertrag auf Schalke und fühle mich dort wohl. Ich habe mich voll auf die Saison fokussiert, alles andere steht erst einmal im Hintergrund. Ich habe mir da noch keine Gedanken drüber gemacht."

"Fähigkeiten, die nicht viele haben"

Erstmal also will Sane mit Deutschland zur EM.

Für ihn wäre es auch deshalb "etwas Besonderes, weil ein Großteil meiner Familie dort lebt."

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Sane weiß um seine Stärken und formuliert sie selbst forsch: "Hohes Tempo, gutes Spiel in die Tiefe."

Ähnlich hatte sich schon Bundestrainer Joachim Löw über Sane geäußert, nebenbei dessen "besondere Gabe und Raffinesse" herausgestellt.

Auch Köpke hob zu einer kurzen, aber prägnanten Lobeshymne an: "Es ist schon beeindruckend, wie selbstbewusst die ganzen jungen Spieler hier auftreten. Wie sie von ihren Vereinen ausgebildet sind, vom technischen und taktischen her. Leroy hat Fähigkeiten, die nicht viele andere haben, gerade im eins gegen eins. Es macht wirklich Spaß, ihm zuzuschauen."

Sane will "ohne Druck aufspielen"

Sane will "versuchen, der Mannschaft weiterzuhelfen", aber letztlich entscheide der Bundestrainer: "Er kennt meine Stärken und weiß, wo ich der Mannschaft helfen kann", sagte Sane.

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Am Sonntag im Länderspiel in Augsburg gegen die Slowakei (17.45 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) soll und muss Sane diese Stärken zeigen.

Nervös ist er nach eigener Aussage nicht: "Es gilt, ohne Druck aufzuspielen. Der Trainer wird auch seine Erwartungen an uns richten, das werden wir versuchen, im Spiel einzubringen."

Entscheidung nach Nationalmannschaft

Und Schalke? Oder das Ausland? Oder die Bayern?

Müssen sich noch etwas gedulden.

"Gerade weil ich hier bin und ein Ziel verfolge, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht und werde mir hier darüber keine Gedanken machen. Ich schaue jetzt erst mal bis zum 31. Mai (Nominierung des EM-Kaders, Anmerkung der Redaktion). Ich werde mich erst nach der Nationalmannschaft entscheiden."

Sagt Sane. Die Interessenten müssen da also noch ein bisschen einstecken.

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