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Hier feiern Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira gemeinsam das 2:0 gegen die Ukraine. In der Startelf dürften sie bei der EM wohl nicht zusammen stehen. © Getty Images

Evian-les-Bains - Bei der WM 2010 war das Duo Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira unumstritten. Nun ist nur noch für einen der beiden Platz im deutschen Mittelfeld.

Vor sechs Jahren waren sie das neue, aufregende Tandem im deutschen Mittelfeld.

Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger sorgten bei der WM in Südafrika als kongeniales Gespann zum ersten Mal gemeinsam für Furore und ließen Michael Ballack vergessen, der die WM wegen einer Knöchelverletzung verpasste.

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Sechs Jahre sind vergangen, Schweinsteiger ist mittlerweile 31, war oft verletzt. Während der Gruppenphase der EM 2016 arbeitete er vor allem daran, richtig fit zu werden – und traf als Joker zum umjubelten 2:0 gegen die Ukraine. Gegen Polen saß er komplett auf der Bank. Gegen Nordirland kam er in der 69 Minute - für Khedira.

Noch nicht bereit für 90 Minuten

Ist Schweinsteiger schon bereit für den nächsten Schritt? Könnte er vielleicht schon am Sonntag im Achtelfinale gegen die Slowakei in der Startelf stehen? Und kann er noch einmal zusammen mit Khedira das deutsche Spiel prägen?

Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: Eher nein! Auch wenn die Aussagen aus dem Kreis des DFB etwas anderes vermuten lassen.

"Basti ist wirklich in einem guten Zustand. Jede Woche, die wir jetzt zusammengearbeitet haben, wird er besser, stabiler und spielfreudiger", sagte Assistenztrainer Marcus Sorg auf SPORT1-Nachfrage.

Mehr Ordnung mit Schweinsteiger?

Man brauche "immer eine gewisse Zeit, wenn man so lange nicht gespielt hat wie er", erklärte Sorg, "aber ich denke schon, dass Basti so langsam auf das Niveau kommt, dass er uns auch wirklich von Anfang an helfen kann."

Es ist aber unwahrscheinlich, dass Schweinsteigers Kräfte schon für 90 Minuten (oder gar eine Verlängerung) reichen könnten. Eine wichtige Rolle im DFB-Team einnehmen und dem Spiel im Mittelfeld mehr Ordnung geben, als es Khedira bisher vermocht hat, könnte er aber schon.

Khedira ist viel gelaufen

Der Italien-Legionär stand bei allen drei Vorrundenspielen in der Startelf, doch ihm fehlte zuletzt gegen Nordirland die Frische. Khedira habe "in den ersten beiden Spielen die höchste Laufleistung", gehabt, erklärte Assistenztrainer Thomas Schneider, "er hat jetzt eine Pause bekommen, aber er ist in einem sehr, sehr guten Zustand. Ich glaube, dass er von Spiel zu Spiel besser wird." Auf die Frage, ob er vielleicht eine Pause gegönnt bekommt, sagte er: "Es ist vieles möglich."

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Dass Schweinsteiger und Khedira bei der EM aber gemeinsam in der Startelf stehen werden, muss bezweifelt werden. Wen sollte Löw dafür aus der Mannschaft nehmen? Die einzige Option wäre, Toni Kroos ins offensive Zentrum vorzuziehen und Mesut Özil, wie bei der WM, auf links zu stellen.

Schweinsteiger als Leader gefragt

Die Leidtragenden könnten dann Mario Götze oder Mario Gomez sein, in der DFB-Elf wäre dann nur noch für einen von ihnen Platz. Doch es ist kaum anzunehmen, dass Löw seine Elf noch einmal komplett umkrempelt.

Darum heißt es: Khedira oder Schweinsteiger.

Schweinsteigers Leistung in den ersten EM-Spielen ist nicht seriös bewertbar, sein sportlicher Mehrwert für die Mannschaft war eher überschaubar. Als Anführer, der das Team mitreißt, könnte er aber im Turnier noch wichtig werden. 

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