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Andre Schürrle und Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw (r.) brachte Andre Schürrle in den ersten beiden EM-Spielen als Joker © Imago

Paris - Andre Schürrle war gegen Polen ein kleiner Lichtblick. Bei SPORT1 spricht er über die Aussichten auf einen Platz in der Startelf und die Lehren aus dem Polen-Spiel.

Andre Schürrle war beim 0:0 des DFB-Teams gegen Polen noch eine der positiveren Erscheinungen in der deutschen Offensive, zeigte die Zielstrebigkeit, die dem deutschen Spiel lange abging.

Wenn es um mögliche Veränderungen in der Startelf für das letzte Gruppenspiel gegen Nordirland geht, fällt immer wieder auch sein Name.

Im SPORT1-Interview spricht er über seine Form und die Lehren aus dem Polen-Spiel.

SPORT1: Herr Schürrle, wie bewerten Sie das 0:0 gegen Polen?

Andre Schürrle: Ich glaube, am Ende können wir damit gut leben. Es ist ein faires Resultat. Es waren wenige Räume da und wir hatten auch nicht wirklich die Durchschlagskraft, um etwas zu kreieren oder gefährlich zu werden. Dann muss man damit leben. Es ist nicht immer leicht, gegen so einen Block zu spielen und dann die Tore zu machen. Wir müssen das mitnehmen und daraus lernen.

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SPORT1: Jerome Boateng hat nach dem Spiel gesagt, dass die Offensivspieler im Zweikampf auch mal an den Abwehrspielern vorbeikommen und den Abschluss suchen müssen. Hat er Recht und hat er auch das Recht, das so zu kritisieren?

Schürrle: Natürlich! Jeder kann sagen was er will und Jerome ist ein Führungsspieler. Wenn er das so sieht, ist das gut so. Wir werden das ansprechen. Wenn man die Chancen von uns sieht, stimmt das auch. Wir hatten nicht die Durchschlagskraft, um gefährlich zu werden, mal im Eins-gegen-eins vorbeizukommen oder mal etwas zu kreieren. Wir müssen daraus lernen und es dann gegen Nordirland - das wird ein ähnliches Spiel - besser machen.

Matthias Becker (l.) und Florian Weiß berichten für SPORT1 von der EM in Frankreich
Matthias Becker (l.) und Florian Weiß berichten für SPORT1 von der EM in Frankreich © SPORT1-Grafik / Paul Hänel

SPORT1: Sind Sie mit Ihrer persönlichen Leistung zufrieden?

Schürrle: Es ist immer etwas dumm, über sich selbst zu sprechen. Aber ich fühle mich gut. Ich glaube, man sieht das auf dem Platz: Ich bin spritzig, ich bin gut drauf. Deshalb freue ich mich über jeden Einsatz, den ich bekomme.

SPORT1: Hoffen Sie jetzt darauf, gegen Nordirland in der Startelf zu stehen?

Schürrle: Das muss der Trainer entscheiden. Ich habe vor dem Turnier gesagt: Egal wann ich zum Einsatz komme, als Joker oder von Anfang an, werde ich alles geben. Und so werde ich das auch weiter machen.

SPORT1: Gegen die Nordiren geht es jetzt noch mal um alles beim Kampf um den Gruppensieg. Ist das ein Vorteil oder Nachteil?

Schürrle: Ich finde das eigentlich immer besser, als wenn man rotiert und dann ein bisschen aus dem Rhythmus kommt. Jetzt geht es um alles. Wir müssen unbedingt gewinnen, so werden wir es auch angehen, voll da sein und dann hoffentlich auch mit einem Sieg da rausgehen.

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SPORT1: Zweite Gruppenspiele sind nicht so das Ding der DFB-Elf. Woran liegt das?

Schürrle: Das ist komisch. 2012 oder 2014 war das zweite Spiel noch ein bisschen schwerer. Aber heute habe ich nicht gesehen, dass jemand die Konzentration verloren hat oder nicht wirklich da war. Ich glaube, wir haben gut gespielt. Aber zwingend zum Torabschluss zu kommen oder die Tore zu machen hat gefehlt.

SPORT1: Sie haben einen Tag mehr Zeit als zwischen dem ersten und zweiten Spiel. Woran muss jetzt gearbeitet werden und woran kann man in der Zeit arbeiten?

Schürrle: Viel geht natürlich nicht in der Zeit, aber man kann Videositzungen machen, man kann auch noch einmal ein richtiges Training machen. Da wird natürlich auch angesprochen, wie wir in der Offensive zum Torabschluss kommen. Der Bundestrainer hat da mit Sicherheit ein paar Lösungen parat.

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