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Evian-les-Bains - Nach dem bitteren EM-Aus von Antonio Rüdiger muss Bundestrainer Joachim Löw seine Abwehr schon wieder umformieren. SPORT1 zeigt mögliche Varianten.

Bis um 19.17 Uhr lief am Dienstag in Evian alles glatt. Die deutsche Mannschaft war um 14.53 Uhr sicher in Frankreich gelandet, vom Flughafen in Chambery ging es im Teambus nach Evian, um 17 Uhr kam das DFB-Team im Hotel an.

Etwa 2000 Zuschauer saßen auf der Tribüne, als um 18.30 Uhr das öffentliche Training begann. Das Wetter war prächtig, die Stimmung bestens.

Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team
Jochen Stutzky und Thorsten Mesch berichten für SPORT1 vom DFB-Team in Frankreich © SPORT1 Grafik: Paul Haenel

Doch dann ging plötzlich Antonio Rüdiger nach einem Duell mit Thomas Müller zu Boden. Müller hob sofort den Arm und rief nach Hilfe, das Ärzteteam lief auf den Platz, die anderen Spieler standen wie versteinert da.

Die Fans auf der Tribüne hielten inne, Rüdiger wurde minutenlang an seinem rechten Knie behandelt und schließlich vom Rasen geführt. Das Schlimmste war zu befürchten.

Nachnominierung möglich

Um 22.10 Uhr dann die traurige Gewissheit: Rüdiger erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbands und fällt für die EM und etwa ein halbes Jahr aus. Bitter für den 23-Jährigen, der sich in den letzten beiden Länderspielen als Ersatz des angeschlagenen Mats Hummels bewährt und einen Platz in der Startelf zum EM-Auftakt so gut wie sicher hatte.

Über eine mögliche Nachnominierung werde noch entschieden, teilte der DFB mit.

Bis vor dem ersten Spiel wäre diese möglich, wahrscheinlich wird Bundestrainer Joachim Löw schon am Mittwochmittag auf der Pressekonferenz (ab 12.30 Uhr im LIVESTREAM) eine Entscheidung verkünden.

Rudy und Tah mögliche Kandidaten

Mögliche Kandidaten sind der aus dem 27er-Kader gestrichene Hoffenheimer Sebastian Rudy für die rechte Abwehrseite oder der Leverkusener Jonathan Tah für die Innenverteidigung.

Der Dortmunder Weltmeister Matthias Ginter kann rechts und innen spielen.

Die Frage nach dem Ersatz für Hummels-Ersatz Rüdiger ist aber nicht die einzige, die Löw beantworten muss.

Höwedes und Kimmich heiße Anwärter

Der Bundestrainer muss sich überlegen, wer zum EM-Auftakt neben Jerome Boateng in der Abwehr spielen soll. Links ist der Kölner Jonas Hector in einer möglichen Viererkette gesetzt, für die Innenverteidigung und die rechte Seite gibt es mehrere Aspiranten.

Joshua Kimmich war eigentlich ein heißer Anwärter für die rechte Seite, könnte aber nun von Löw in die Innenverteidigung beordert werden. Beim FC Bayern hat er diese Position als Vertreter für Boateng mehrmals ausgefüllt.

Wahrscheinlicher dürfte jedoch sein, dass Benedikt Höwedes nach innen rückt und Kimmich rechts verteidigt.

Sorgt Löw für eine Überraschung?

Shkodran Mustafi kann ebenfalls auf beiden Positionen spielen, doch der Spanien-Legionär kam zuletzt gegen die Slowakei und Ungarn nicht zum Einsatz. Bei der WM 2014 war der Abwehrspieler im letzten Moment als Nachrücker für den verletzten Marco Reus mit nach Brasilien geflogen und kam zu drei Einsätzen.

Emre Can hat Löw schon rechts und links in der Abwehr getestet. Es ist also nicht einmal sicher, dass Löw für Rüdiger einen Abwehrspieler nachnominieren wird. Löw hat schon öfter für Überraschungen gesorgt. Vielleicht rücken ja die nach dem Trainingslager in Ascona aussortierten Leverkusener Julian Brandt oder Karim Bellarabi nach.

Am Mittwoch wird der Bundestrainer höchstwahrscheinlich einen Namen nennen. Und hoffen, dass Mats Hummels so schnell wie möglich wieder fit wird.

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