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Italy Travels To Baku
Giovanni Trapattoni (l.) posiert mit Italiens Nationaltrainer Antonio Conte © Getty Images

Italiens Trainer-Altmeister Giovanni Trapattoni bohrt in der deutschen Wunde, die Duelle mit Italien aufgerissen haben. Für ihn hat der deutsche Fußball viel von Kanzlerin Merkel.

Vor dem Viertelfinale zwischen Italien und Deutschland (Sa., ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) wetzt Giovanni Trapattoni schon einmal das Messer. Der einstige Trainer von Bayern München wird von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit markigen Worten über Deutschland zitiert.

"Sie lieben und bewundern uns, aber sie leiden auch unter uns, das ist nicht zu verleugnen. Warum? Weil sie eine Idee vom dominierenden Deutschland haben. Sie gehören zwar zu Europa, aber vornehmlich sind sie Deutschland. Bei allem Respekt für die Bundeskanzlerin, aber Merkels Führungsanspruch und ihre Lust auf die Vorherrschaft ist deutlich", schweift der 77-Jährige ins Politische ab: "Die Deutschen fühlen sich immer sehr stark, aber dann kommen wir: Klein, polemisch, mit vielen Sünden behaftet – aber am Ende auch genial. Und dann lassen wir sie leiden."

Für die Partie am Samstag prophezeit Trapattoni einen harten Kampf: "Ich glaube, dass es am Samstag in die Verlängerung gehen wird und wir am Ende wieder gewinnen. Das wäre für sie der nächste Schock."

Das Leiden der Deutschen gegen Italien habe laut Trapattoni "in Mexiko 1970 begonnen. Für alle Fußball-Liebhaber war es ein Genuss – aber ich weiß, dass sie es immer noch nicht verdaut haben. Als ich Trainer beim FC Bayern war, wurde ich häufig darauf angesprochen."

"Deutschland ist mittlerweile wieder eine fußballerische Großmacht, aber zu sagen, dass die Lücke zu Italien unüberbrückbar sei, macht keinen Sinn", so der Ex-Trainer.

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