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Paris und München - Mario Gomez steht erstmals seit vier Jahren bei einem Pflichtspiel in der deutschen Startelf - und trifft. Sein Tor bringt ihm einer Bestmarke näher.

1454 Tage war es her, dass Mario Gomez zuletzt bei einem Pflichtspiel in der deutschen Startelf stand - kein Wunder, dass viele ihn bei der Nationalelf schon abgeschrieben hatten.

Erstmals seit dem EM-Halbfinale 2012 bekam er im letzten Gruppenspiel gegen Nordirland nun seine Chance von Beginn an. Und er nutzte sie.

In der 30. Minute der Partie traf Gomez zum 1:0 für Deutschland und veredelte damit eine bis dahin deutlich verbesserte Offensivleistung des Teams - unter großer sozialmedialer Anteilnahme.

Daumen hoch - auch von Scholl

Der Treffer - der dann auch den Endstand markieren und den Gruppensieg bedeuten sollte - war kein Zufallsprodukt: "Gomez hat sich für einen hohen Aufwand belohnt", lobte sein alter Chefkritiker Mehmet Scholl in der ARD: "Er hat es sich erarbeitet, er war bissig im Zweikampf, hat sich gewehrt."

Der 30-Jährige war bei den Angriffsbemühungen seines Teams immer wieder ein wichtiger Faktor, mal direkt, mal indirekt, indem er mehrere Gegenspieler auf sich zog und damit Räume für seine Mitspieler öffnete.

Genau mit dieser Qualität hatte DFB-Manager Oliver Bierhoff vor dem Spiel die Berufung begründet: "Gomez ist einer, der vorne was binden kann."

Gerade Müller profitiert von Gomez

Gerade der vorher kriselnde Thomas Müller profitierte davon - wie auch von der ebenfalls sehr belebenden Nominierung seines Bayern-Teamkollegen Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger - und kam zu diversen Großchancen.

Es war allerdings Gomez, der nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Polen den Tor-Bann brechen sollte: Von Mesut Özil herausragend bedient, spielte er am Elfmeterpunkt Doppelpass mit Thomas Müller und schob mit links ein.

Es war für Gomez das vierte Tor bei einer Europameisterschaft, womit er nun der zweiterfolgreichste EM-Torschütze Deutschlands hinter Jürgen Klinsmann ist - zusammen mit Gerd und Dieter Müller, Rudi Völler und Lukas Podolski.

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Kampf gegen "die Ochsen"

"Ich habe mir vorgenommen mich dagegenzuhauen gegen die Ochsen", sagte Gomez nach dem Spiel der ARD - in Bezug auf seine robusten nordirischen Gegenspieler: "Ich hab 15, 20 Minuten gebraucht um reinzukommen, aber dann lief es."

Auch von einer blutigen und böse aussehenden Kratzwunde, die der Angreifer sich während des Spiels zuzog, ließ er sich nicht aufhalten.

Gomez zeigte sich zuversichtlich, dass er und sein Team sich in der K.o.-Runde noch steigern können: "Ich hoffe wir schießen dann die Tore. Das kann noch ein sehr gutes Turnier werden."

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