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Ascona - Der DFB-Kapitän befindet sich wieder im Mannschaftstraining, die nächsten Schritte sollen folgen. SPORT1-Experte Thomas Berthold begrüßt Schweinsteigers EM-Nominierung.

Bastian Schweinsteiger wirkte noch etwas stämmig, als er am Dienstagabend erstmals während der EM-Vorbereitung in Ascona mit der Mannschaft trainierte.

Rund 350 Kinder, die zur Übungseinheit eingeladen waren, feierten vor allem die Aktionen des DFB-Kapitäns. Schweinsteiger wirkte konzentriert, genoss zugleich sein Mitwirken mit dem Team und die Bekundungen der Fans.

"Puzzleteile mehr zusammenfügen"

"Es ist so, dass wir die Puzzleteile nun etwas mehr zusammenfügen können", sagte Assistenztrainer Marcus Sorg bei der Pressekonferenz am Mittwoch und meinte damit natürlich auch die Situation von Schweinsteiger.

Nach seiner erneuten Knieverletzung hat der 31-Jährige seit März kein Spiel mehr bestritten und nur individuell trainiert - bis Dienstag.

"Mit seiner Form ist er absolut im Soll. Athletisch sieht es sehr, sehr gut aus", sagte Sorg zu Schweinsteigers Fitnesszustand. Auch wenn wohl noch ein paar Kilo runter müssen.

Löw hat keinen Zweifel

Nun soll der nächste Schritt zum Comeback erfolgen, damit der defensive Mittelfeldspieler von Manchester United dem DFB-Team bei der EM in Frankreich helfen kann.

Dass dies so sein wird, daran hat Bundestrainer Joachim Löw keinen Zweifel. Sonst hätte er seinen Leader nicht in den endgültigen Kader berufen - im Gegensatz etwa zu Marco Reus. Auch Schweinsteiger selbst hat sich bislang stets optimistisch geäußert.

"Es ist von Vorteil, dass ich schon häufiger schwierige Situationen gemeistert habe. Daraus ziehe ich meinen Optimismus. Vor der WM in Brasilien war ich in einem noch schlechteren Zustand", hatte er zu Beginn des Trainingslagers vor einer Woche erklärt.

Auch bei der WM-Endrunde 2014 in Brasilien stand sein Einsatz zuvor auf der Kippe. Am Ende biss er sich durch, im Gedächtnis sind die Bilder des blutenden und völlig ausgepumpten Mittelfeldspielers nach dem gewonnenen WM-Finale gegen Argentinien.

EM-Generalprobe kommt zu früh

So soll es auch in Frankreich sein. "Bei der Spielfähigkeit hat er natürlich Luft nach oben. Fußballerisch müssen wir ihn jetzt weiter heranführen", erklärte Sorg. Dies soll mit Bedacht erfolgen. "Es ist so, dass wir jeden Tag schauen, wie er auf die Belastungen im Training reagiert", sagte Sorg.

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Bei der EM-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Ungarn (ab 17.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) wird Schweinsteiger noch keine Option sein. Womöglich kommt auch die Vorrunde für ihn zu früh.

Für Löw ist das aber kein Problem. Der Bundestrainer spricht mit Blick auf die EM ohnehin gerne von zwei Turnierphasen. Ihm würde es reichen, bei den K.o.-Spielen auf Schweinsteiger zurückgreifen zu können.

Berthold begrüßt Schweinsteigers Nominierung

Ähnlich sieht es SPORT1-Experte Thomas Berthold.

"So ein Turnier ist lang. Vielleicht greift Schweinsteiger dann eben zur zweiten Turnierhälfte ein", sagte Berthold und verweist auf die ähnliche Situation von Sami Khedira vor der WM in Brasilien: "Khedira war vor zwei Jahren vor der WM auch lange verletzt und hat der Mannschaft dann helfen können."

Allerdings war Khedira damals noch zum Ende der Saison einsatzfähig gewesen und hatte die gesamte Vorbereitung bei der Nationalmannschaft mitmachen können.

Berthold jedenfalls verteidigt Schweinsteigers Nominierung: "Er verfügt über eine große Turniererfahrung. Diese wird er auf und neben dem Platz einbringen können."

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