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München und Evian-les-Bains - Mario Gomez fällt für den Rest der EM aus, die Einsätze von Schweinsteiger und Khedira sind völlig offen. Bundestrainer Joachim Löw muss seine Elf im Halbfinale völlig neu aufstellen.

Hiobsbotschaft für die deutsche Nationalmannschaft: Mario Gomez fällt für den Rest der EM aus.

Wie der DFB am Sonntagabend mitteilte, zog sich der Angreifer im Viertelfinale gegen Italien einen Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel zu. Dies ergab eine MRT-Untersuchung.

Für Bundestrainer Joachim Löw bedeutet das einen herben Verlust, da sich Gomez zuletzt in bestechender Form zeigte. Gegen Nordirland und die Slowakei traf er jeweils, Mesut Özils Führungstreffer gegen Italien leitete er mit einer gelungenen Einzelaktion ein.

"Es ist sehr bitter, wenn in der entscheidenden Phase des Turniers wichtige Spieler ausfallen", sagte Löw: "Besonders für Mario tut es mir leid. Er hat bei der EM starke Leistungen gezeigt und der Mannschaft nicht nur mit seinen Toren sehr geholfen."

Auch Khedira und Schweinsteiger droht Aus

Die Lage für Löw vor dem Halbfinale gegen Frankreich am Donnerstag wird dadurch erschwert, dass der Bundestrainer noch weitere Personalsorgen hat.

Mit Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger drohen gleich zwei defensive Mittelfeldspieler für den Rest des Turniers auszufallen.

Kapitän Schweinsteiger hatte gegen die Squadra Azzurra einen Schlag auf das rechte Knie erhalten und zog sich eine Außenbandzerrung im Knie zu. Khedira plagt eine Adduktorenverletzung. Ihr Einsatz im Halbfinale ist höchst fraglich.

Umbau auf drei Positionen droht

Es sieht also ganz danach aus, als müsse Löw seine Startelf auf drei Positionen umbauen. Neben einem Ersatz für Gomez muss der Coach auch einen neuen Innenverteidiger auswählen, der den gelbgesperrten Mats Hummels ersetzt. Und dazu benötigt Löw aller Voraussicht nach einen zweiten Sechser auf der Position neben Toni Kroos.

Der Bundestrainer stellt sich dieser schwierigen Aufgabe: "Für uns heißt das, dass wir die neue Situation annehmen und Lösungen finden müssen. Und das werden wir."

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Torloser Müller als Gomez-Ersatz?

Fragt sich, wie diese Lösungen aussehen werden.

Gomez ist als einziger klassischer Mittelstürmer im Kader nicht eins zu eins zu ersetzen. Die wahrscheinlichste Variante im Halbfinale am Donnerstag ist nun, dass Thomas Müller für Gomez in die Spitze rückt und Julian Draxler wieder von Beginn an im Mittelfeld spielt.

Allerdings kämpft Müller bei dieser EM mit seiner Form und ist noch ohne Torerfolg. Löw könnte auch zur Formation aus den ersten beiden EM-Spielen mit Mario Götze als falscher Neun zurückkehren.

Der Bayern-Spieler wurde jedoch nach seiner durchschnittlichen Leistung gegen Nordirland in den letzten beiden Partien von Löw nicht mehr berücksichtigt.

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Mustafi winkt Rückkehr

Als Ersatz für Hummels in der Innenverteidigung gibt es mit Shkodran Mustafi und Benedikt Höwedes gleich zwei Kandidaten. Sollte Löw wieder wie gegen Italien auf eine Dreierkette setzen, winkt sogar beiden ein Einsatz im Halbfinale.

Die größten Chancen für die Sechser-Position kann sich wohl Emre Can ausrechnen, der auch beim FC Liverpool unter Jürgen Klopp im defensiven Mittelfeld spielt und zudem über mehr Erfahrung als Dortmunds Julian Weigl verfügt.

Beide sind bei dieser EM noch ohne Einsatz.

Sollte Löw wieder zur Viererkette zurückkehren, ist auch möglich, dass Höwedes wie in den ersten beiden Spielen hinten rechts verteidigt und Joshua Kimmich auf die Sechs rückt.

Dann wird ein zusätzlicher Platz im offensiven Mittelfeld frei.

Mögliche Aufstellung im Halbfinale:

Neuer - Höwedes, Boateng, Mustafi - Kimmich, Can (Weigl), Kroos, Hector - Özil, Draxler - Müller.

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