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Hansi Flick
DFB-Sportdirektor Hansi Flick nimmt die Nachwuchstrainer bei der Talentförderung in die Pflicht © Getty Images

DFB-Sportdirektor Hansi Flick sieht in der Orientierung an den Spielsystemen von Guardiola, Tuchel und Co. eine Gefahr für Talente - und fordert individuelle Förderung.

DFB-Sportdirektor Hansi Flick hat am Rande der U19-Europameisterschaft in Baden-Württemberg die deutschen Nachwuchstrainer dazu angehalten, junge Fußballer nicht zu früh mit komplexen Spielsystemen zu überfordern - und stattdessen in der Talentförderung "mehr auf jeden Einzelnen" einzugehen.

"Viele gucken, was ein Pep Guardiola und ein Thomas Tuchel macht. Dieses Transportieren im sehr jungen Alter ist zu früh. Mit zehn bis zwölf Jahren brauche ich noch keine Mannschaft zu haben, die super verschiebt und Pressing spielt. In dem Alter muss man Spielfreude fördern", sagte Flick nach dem U19-Gruppenspiel Deutschland gegen Österreich in Reutlingen (3:0).

Man müsse im Nachwuchsbereich stattdessen "mehr in die individuelle Förderung reingehen. Wir müssen Talente begleiten und entwickeln."

Es sei vereinzelt ein Problem, dass Vereinen schon im Nachwuchsbereich ein Sieg wichtiger sei als die individuelle Förderung seiner Talente. "Wenn ich am Ende drei, vier Punkte mehr habe, wäre es mir wichtiger, dass ich die Talente immer besser mache", betonte Flick.

Insgesamt sei es für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit entscheidend, dass Vereine und Verbände miteinander kommunizieren, sagte Flick: "Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg."

Zuvor hatte Österreichs U19-Trainer Rupert Marko den Mangel an Stoßstürmern und Außenverteidigern im deutschen und österreichischen Fußball damit erklärt, dass Nachwuchstrainer häufig den Stil bekannter Trainer übernehmen würden und beispielsweise verstärkt auf die sogenannte "falsche Neun" setzen.

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