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Die SPORT1-Redakteure Matthias Becker, Martin Volkmar und Thorsten Mesch erklären, wie sie gegen Frankreich spielen würden © SPORT1-Grafik

München und Paris - Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem Halbfinale gegen Frankreich einige Personalsorgen. Wie Gomez und Khedira ersetzt werden, ist unklar. SPORT1 bringt Vorschläge.

Mario Gomez und Sami Khedira fallen verletzt aus, Mats Hummels ist gesperrt, der Einsatz von Bastian Schweinsteiger ist fraglich: Bundestrainer Joachim Löw muss sich vor dem Halbfinale gegen Frankreich am Donnerstag  (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) mit einigen Personalsorgen herumschlagen.

Wie er diese lösen will, wollte er am Montagvormittag auf der Pressekonferenz noch nicht verraten.

Drei SPORT1-Redakteure haben sich aber Gedanken gemacht und stellen hier ihre Aufstellungen für das Duell ums Finale vor.

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Thorsten Mesch (DFB-Reporter, Evian): Götze in die Startelf!

Meine Startelf deckt sich mit der Anfangsformation gegen die Ukraine. Mit nur einer Änderung: Joshua Kimmich für Sami Khedira.

Ich würde gegen Frankreich zur Viererkette zurückkehren. Das heißt nicht, dass die Dreierkette gegen Italien nicht die richtige Wahl war, denn das war sie sehr wohl. Doch ohne Mats Hummels wäre das Risiko gegen Frankreich zu groß. Hummels hat gegen Italien überragend gespielt, nun fehlt er als wesentlicher Pfeiler der Dreierkette. Shkodran Mustafi hat Hummels gegen die Ukraine in der Viererkette ersetzt und seine Sache gut gemacht. Benedikt Höwedes ist defensiv eine Bank auf der rechten Seite. Im Auftaktspiel gegen die Ukraine standen Höwedes, Jerome Boateng, Mustafi und Jonas Hector zusammen auf dem Platz. Die vier sind eingespielt.

Für Khedira würde ich Kimmich spielen lassen, auch wenn Joachim Löw erklärt hat, der 21-Jährige sei für ihn keine Option im Mittelfeld. Doch Kimmich fühlt sich auf der Sechs wohl, ist ballsicher und kann auch Impulse nach vorn geben. Dass er der nervlichen Belastung standhält, hat er gegen Italien im Elfmeterschießen bewiesen.

Im Sturm würde ich Mario Götze für Mario Gomez spielen lassen. Götze hat in meinen Augen nicht so schlecht gespielt wie ihn viele gesehen haben. Er harmoniert gut mit Thomas Müller und Mesut Özil und könnte auch von Julian Draxlers Leistungssteigerung profitieren. Müller ist rechts besser aufgehoben als zentral. Er hat viel gearbeitet, aber auch Pech im Abschluss gehabt. Ich bin sicher, dass er sein Tor machen wird.

DFB-Reporter Thorsten Mesch setzt auf Joshua Kimmich und Mario Götze als Ersatz für Sami Khedira und Mario Gomez © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann

Matthias Becker (EM-Reporter, Paris): Jetzt muss Podolski ran!

Viele werden wegen meiner Wunschaufstellung vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Lukas Podolski? Ja, Lukas Podolski! Ich habe die Franzosen bei diesem Turnier vier Mal live gesehen. Und die Abwehr hat immer dann Probleme bekommen, wenn der Gegner mit Tempo und Kraft attackiert.

Deshalb wäre Podolski für mich der richtige Ersatz für Mario Gomez. Im Gegensatz zu Mario Götze würde Podolski Adil Rami und Laurent Koscielny auch körperlich herausfordern. Und seine Saison bei Galatasaray war mit 13 Saisontoren jetzt auch nicht so schlecht, dass man ihn als reines Maskottchen abtun sollte.

Als Ersatz für Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger würde ich Emre Can an die Seite von Toni Kroos stellen. Der hat in der Nationalmannschaft zwar meist auf den Außenverteidiger-Positionen ausgeholfen, spielte im Klub beim FC Liverpool aber häufig im Mittelfeld. Can kann die Absicherung für Kroos körperlich gewährleisten. Da habe ich bei Julian Weigl meine Zweifel. Joshua Kimmich soll lieber auf der rechten Seite bleiben.

In der Innenverteidigung kommt für mich als Hummels-Ersatz nur Benedikt Höwedes in Frage. Der hat gegen Italien bärenstark gespielt, fast alle Zweikämpfe gewonnen, egal ob am Boden oder in der Luft. Und darauf wird es gegen die kopfballstarken Franzosen ankommen.

Eine Dreierkette halte ich gegen Frankreich nicht für nötig. Da es auch viel darauf ankommen wird, die Franzosen in ihrer Hälfte zu beschäftigen, würde ich eine Rückkehr zum offensiveren 4-2-3-1 bevorzugen.  

EM-Reporter Matthias Becker setzt überraschend auf Lukas Podolski in vorderster Front. Auch er bevorzugt die Rückkehr zur Viererkette in der Abwehr. © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann

Martin Volkmar (Ressortleiter Online): Sane richtiger Mann!

Ich würde mit dem gewohnten 4-2-3-1 und der gleichen Viererkette wie im Auftaktspiel gegen die Ukraine spielen, zumal Höwedes gegen Italien sehr stark war. Also mit Shkodran Mustafi für den gesperrten Mats Hummels zentral und dem Schalker rechts hinten. Dort könnte er Payet aus dem Spiel nehmen und wäre eine gute Absicherung für seinen Schalker Teamkollegen Leroy Sane.

Der Youngster wäre gegen die teilweise unsichere französische Defensive genau der richtige Mann und sollte endlich seine Chance bekommen, zumal Gegenspieler Evra nicht mehr der Schnellste ist. Joshua Kimmich ist für mich ebenfalls gesetzt, allerdings nun auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld als Khedira-Ersatz.

Thomas Müller würde anstelle von Mario Gomez in die Spitze rücken, denn dort braucht es angesichts von Frankreichs Problemen in der Luft einen kopfballstarken Mann. Und links vorne würde Julian Draxler in die Startelf zurückkehren, Mario Götze bliebe erste Option als Joker.

SPORT1-Ressortleiter Online, Martin Volkmar hält den Schalker Leroy Sane für die richtige Waffe gegen Frankreichs Defensive © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann
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