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Benjamin Henrichs bei der U19 des DFB
Benjamin Henrichs will sich mit der deutschen U19 das WM-Ticket sichern © Imago

Reutlingen und München - Die U19-EM bricht Zuschauerrekorde. Vor dem WM-Playoff erklärt Benjamin Henrichs bei SPORT1, warum die WM das noch toppen würde - und was er mit Leverkusen vorhat.

Deutschland gegen die Niederlande: Als würde in diesem Duell nicht schon genug Brisanz stecken, geht es für die U19-Teams der alten Rivalen am Donnerstagabend (ab 19 Uhr im LIVETICKER) in Sandhausen vor rund 15.000 Zuschauern um Alles oder Nichts.

Was ein scheinbar bedeutungsloses Spiel um Platz fünf einer Junioren-EM zu sein scheint, wird durch den Zusatz WM-Playoff plötzlich zu einem kleinen Finale - denn nur der Gewinner darf im kommenden Jahr zur U20-WM nach Südkorea reisen.

Eine vielleicht einmalige Chance im Leben eines Fußballers und auch für den bundesligaerfahrenen Benjamin Henrichs von Bayer Leverkusen ein großer Traum.

Bei SPORT1 erklärt der 19-Jährige, warum die WM sogar die Heim-EM vor ausverkauften Stadien noch einmal toppen würde und spricht über seine Pläne in Leverkusen.

SPORT1: Herr Henrichs, nach dem verpassten Halbfinale haben Sie wenigstens die Chance auf die WM-Teilnahme gerettet. Überwiegt der Ärger über die beiden Auftaktpleiten oder doch die Erleichterung?

Benjamin Henrichs: Es ist auf jeden Fall ein super Gefühl. Zu Turnierbeginn haben wir uns natürlich etwas Anderes vorgenommen, aber den ersten Sieg haben wir uns jetzt verdient - und das war ein wichtiger Schritt Richtung WM.

SPORT1: Was würde es Ihnen bedeuten, nächstes Jahr bei der U20-WM dabei zu sein?

Henrichs: Eine WM ist natürlich noch mal eine Nummer größer als eine EM zu spielen, auch wenn das jetzt in Deutschland ist. Bei einer WM misst man sich mit der ganzen Welt, das ist unser Ziel. Dafür werden wir alles raushauen.

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Beim 3:2 auf Schalke verbuchte Benjamin Henrichs (l.) seinen ersten Bundesliga-Scorerpunkt © Getty Images

SPORT1: Sie haben schon Bundesliga gespielt, letzte Woche den EM-Auftakt vor 55.000 Zuschauern im eigenen Land bestritten - ist das Playoff-Spiel gegen die Niederlande trotzdem das vielleicht größte Spiel Ihrer Karriere?

Henrichs: Das wird auf jeden Fall ein extrem wichtiges Spiel. Es geht um eine Weltmeisterschaft, jede Mannschaft will sich dafür qualifizieren.

SPORT1: Wie haben Sie nach den beiden Auftaktniederlagen die Kurve gekriegt - und welche Rolle haben gegen Österreich die zahlreichen Änderungen in der Startelf gespielt?

Henrichs: Es waren zwei extrem unglücklich Niederlagen, deswegen ging es umso mehr darum, den Blick nach vorne zu richten. Der Trainer war mit der Art und Weise wie wir gespielt haben eigentlich sehr zufrieden, aber wir haben uns selbst nicht belohnt. Die Frische der neuen Spieler, die extrem viel Schwung reingebracht haben, hat uns sicher geholfen.

SPORT1: Sie sind einer von wenigen bundesligaerfahrenen Spielern im Kader, standen die bisherigen drei Spiele fast komplett auf dem Rasen. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Turnier persönlich?

Henrichs: Es geht immer besser, aber auf meiner Leistung bis jetzt lässt sich sicherlich aufbauen. Im letzten Spiel werden wir alle jetzt noch mal alles raushauen, damit wir hoffentlich zur WM fahren dürfen.

SPORT1: Beim DFB spielen Sie auf einer zentralen Position im Mittelfeld, in Leverkusen sind Sie bei den Profis bis jetzt meist als Außenverteidiger aufgelaufen. Wo fühlen Sie sich wohler?

Henrichs: Ich bin erst mal froh, dass ich in Leverkusen überhaupt spielen darf. Da ist es mir relativ egal, auf welcher Position. Ich meine: Das ist bei den Profis in der Bundesliga! Da hat man echt keine Wunschposition, sondern man freut sich einfach nur, dass man spielen darf.

Roger Schmidt und Benjamin Henrichs von Bayer Leverkusen
Bayer-Coach Roger Schmidt (l.) verhalf Benjamin Henrichs (r.) im September 2015 in Dortmund zu seinem Bundesliga-Debüt © dpa Picture-Alliance

SPORT1: In der letzten Saison standen Sie bei Roger Schmidt fünf Mal in der Startelf. Was haben Sie sich für die neue Saison vorgenommen?

Henrichs: Ich will natürlich so viel Spielpraxis wie möglich bekommen. Diesmal ist es ja so, dass ich von Anfang an auch bei den Profis dabei sein werde. Jetzt liegt es an mir. Ich muss mich beim Trainer beweisen, damit er gar nicht mehr um mich herumkommt.

SPORT1: Vor allem mit Julian Baumgartlinger und Kevin Volland wurde der Kader noch einmal verstärkt. Wie sehen Sie Bayer Leverkusen für die neue Saison aufgestellt?

Henrichs: Wir haben einen extrem guten Kader dieses Jahr, haben uns in der Breite extrem verbessert. Was am Ende herauskommt, wird man sehen müssen - aber wir sind sehr gut aufgestellt.

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