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Michael Ballack (r., mit Jens Lehmann) war von 2004 bis 2010 DFB-Kapitän
Michael Ballack (r., mit Jens Lehmann) war von 2004 bis 2010 DFB-Kapitän © Getty Images

München und Hamburg - Ist Manuel Neuer als Kapitän ungeeignet, weil er Torhüter ist? Der frühere "Capitano" Michael Ballack hat bei SPORT1 eine andere Meinung als Jens Lehmann.

Manuel Neuer als neuer Nationalelf-Kapitän - die richtige oder die falsche Wahl? Zwei ehemalige DFB-Größen sind da unterschiedlicher Meinung.

Er würde "keinen Torwart zum Kapitän machen", sagte der frühere Nationalkeeper Jens Lehmann vor dem Länderspiel gegen Norwegen.

Eine Ansicht, der auf SPORT1-Nachfrage ein Mann widerspricht, der einst von genau dieser Idee profitierte: Der frühere "Capitano" Michael Ballack.

Ballack: "Neuer bringt Gesamtpaket mit"

"Obwohl er Torwart ist, ist er ein Spieler, der Präsenz zeigt, der Einfluss auf die Mannschaft hat", sagte Ballack beim Tag der Legenden in Hamburg.

Neuer sei "ein Typ der mitspielt, der auch das Spiel beeinflussen will, der sehr viel Präsenz zeigt auf dem Platz, der eine gute Bindung an die Defensive und an die Mannschaft hat".

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Das sei "ein kleines Extra", das für Neuers Eignung als Kapitän spreche - die Ballack ohnehin nicht in Frage sieht: "Es ist eine sehr gute Wahl, er bietet sich an. Er bringt das Gesamtpaket mit, die Leistung stimmt, die Ausstrahlung und die Außendarstellung."

Lehmann: Torhüter sollte nicht Kapitän sein

RTL-Experte Lehmann hatte zuvor der Bild gesagt, Neuer sei zwar "von seiner Persönlichkeit und seinem Charakter auf jeden Fall für das Amt geeignet" - aber dennoch nicht die optimale Wahl.

Der Kapitän sei "für den Schiedsrichter der Haupt-Ansprechpartner. Wenn es etwas in der gegnerischen Hälfte zu besprechen gibt, sind die Wege unglaublich weit. Du hast als Torwart die längste Entfernung zurückzulegen. Das kostet Kraft und Zeit."

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Die Alternativ-Kandidaten des 46-Jährigen: "Sami Khedira hätte ich mir gut vorstellen können. Aber auch Jerome Boateng. Manuel Neuer braucht die Kapitänsbinde im Grunde nicht, weil er auf und außerhalb des Platzes durch seine Persönlichkeit ohnehin einer der Anführer des Teams ist."

Lehmann selbst habe einst bei Schalke den Kapitäns-Job nach einem halben Jahr aufgegeben, weil es "nicht optimal funktioniert" habe.

Ballack: "Löw hat seine Gründe"

Ballack wurde auch einst von Jürgen Klinsmann zum Kapitän befördert, weil der einen Feldspieler anstelle von Oliver Kahn in dieser Rolle wollte.

Trotzdem findet der 39-Jährige diese Logik nicht zwingend: "Grundsätzlich ist es eine Philosophiefrage, wie der Trainer entscheidet. Er sieht auch die anderen Spieler und was es für Alternativen gibt. Er hat sich für Manuel entschieden und ich denke, dafür hat er seine Gründe."

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