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DFB - Press Conference
DFB-Präsident Reinhard Grindel hat sich lange für eine neue Ethikkommission eingesetzt © Getty Images

Der Deutsche Fußball-Bund will eine eigene Ethikkommission mitsamt neuem Ethikcode installieren. Damit sollen die Lehren aus dem Skandal um die Heim-WM 2006 gezogen werden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zieht die Lehren aus dem Skandal um die Heim-WM 2006 und installiert eine eigene Ethikkommission samt Ethikcode.

Das neue Gremium "soll in Fällen illegaler oder unethischer Verhaltensweisen aktiv werden, die der Integrität und dem Ansehen des DFB schaden", steht im DFB-Jahresbericht. Der DFB-Bundestag muss der nötigen Satzungsänderung am Freitag (ab 10.00 Uhr) in Erfurt zustimmen.

Die fünf unabhängigen Mitglieder, die eine "Befähigung zum Richteramt besitzen oder langjährige Erfahrung in herausgehobener Funktion vergleichbarer Tätigkeitsfelder haben" müssen, werden vom Bundestag gewählt. Die Ethikkommission kann eigenständig Ermittlungen aufnehmen.

Satzung muss abgesegnet werden

Im Unterschied zum Weltverband FIFA erfolgt die Rechtsprechung nach Anklage der Ethikkommission aber nicht durch eine unabhängige, rechtsprechende Kammer, sondern über das verbandseigene Sportgericht.

In der ersten Instanz werden dem Vorsitzenden des Sportgerichts, derzeit der Mainzer Richter Hans E. Lorenz (65), zwei Ethik-Beisitzer zur Seite gestellt. Grundsätzlich finden bei Ethikermittlungen keine mündlichen Verhandlungen statt.

"Die Ethikkommission soll einen unabhängigen, transparenten und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen wahrenden Umgang mit Verdachtssituationen sicherstellen", heißt es im neuen Paragraph 46a der DFB-Satzung, die abgesegnet werden muss.

Neuer Ethik-Code

Die im neuen Ethik-Code definierten "Werte und Grundsätze bestimmen das Verhalten und den Umgang innerhalb des DFB und gegenüber Dritten" (Antrag Nummer drei beim Bundestag). Die Verhaltensregeln umfassen sieben Punkte wie "Integrität", "Transparenz" und "Solidarität".

Der Weltmeister-Verband war im vergangenen Jahr durch die WM-Affäre in eine Krise gestürzt. Der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (65) trat zunächst aus freien Stücken zurück, ehe er 2016 durch die FIFA-Ethikkommission gesperrt worden war.

In der Schweiz und in Deutschland laufen zudem juristische Ermittlungen gegen die Beteiligten des Sommermärchens. Ob die DFB-Ethikkommission rückwirkend ermittelt, ist noch offen.

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