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Erik Majetschak, Jann-Fiete Arp und Elias Abouchabaka (v.l.) sind wesentliche Stützen der deutschen U17 © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/ Imago/ Picture Alliance

Die deutsche U17-Nationalmannschaft wirbelt derzeit bei der EM in Kroatien und steht im Halbfinale. Einige Talente ziehen besondere Aufmerksamkeit auf sich.

Wie ein Orkan fegte die U17-Nationalmannschaft durch die Gruppenphase der Junioren-Europameisterschaft in Kroatien.

Mit einem Torverhältnis von 15:1 zogen die DFB-Jungs ins Viertelfinale ein. Dort tat sich die Mannschaft von Trainer Christian Wück gegen die Niederlande lange schwer, gewann letztlich aber 2:1 und darf nun auf das Finale hoffen.

In der Vorschlussrunde am Abend wartet mit Spanien (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) ein dicker Brocken auf die Deutschen.

"Spanien ist individuell sehr stark besetzt, vor allem in der Offensive", zeigte Wück Respekt, hob aber zugleich hervor: "Wir haben auch sehr schnelle und torgefährliche Spieler. Wir werden uns auf unsere Stärken konzentrieren."

Torjäger Arp bereits von Topklubs umworben

Der 43-jährige Fußballlehrer kann auf einige Rohdiamanten zurückgreifen, die sich schon in den Fokus der Öffentlichkeit gespielt haben. SPORT1 stellt die drei Top-Talente der U17-Nationalmannschaft vor.

Jann-Fiete Arp ist der Torjäger im deutschen Team. Der Stoßstürmer hat bereits sieben Treffer in vier EM-Spielen auf dem Konto. In der U17-Bundesliga Nord erzielte er für den Hamburger SV in dieser Saison zudem sensationelle 26 Tore in 21 Spielen.

Kein Wunder, dass Arp längst Interesse bei der Konkurrenz geweckt hat, national wie international. Unter anderem Borussia Dortmund und der FC Chelsea sollen ihre Fühler nach dem 17-Jährigen ausgestreckt haben, der mit den HSV-Profis mit ins Wintertrainingslager reisen durfte.

Der krisengebeutelte Bundesliga-Dino will seinen Rohdiamanten auf keinen Fall verlieren. Sportdirektor Jens Todt und Trainer Markus Gisdol hatten jüngst unisono betont, den bislang nur bis 2018 gebundenen Arp langfristig halten zu wollen.

Auch Wück ließ gegenüber SPORT1 durchklingen, dass ein Verbleib in der Hansestadt für den Goalgetter besser wäre: "Ich rate Fiete, den Fokus auf seine Entwicklung zu legen. Er muss den Weg, den er in den letzten Jahren eingeschlagen hat, weitergehen. Er ist noch lange nicht fertig, auch wenn das bei einigen vielleicht schon so rüberkommt."

Leipzig-Talente sorgen für Aufsehen

Ebenso als große Talente gelten Elias Abouchabaka und Erik Majetschak vom angehenden Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig. In der U17-Bundesliga Nord traf Abouchabaka 17-mal in 21 Spielen und durfte auch schon einige Male bei der U19 der Roten Bullen mitwirken.

Bei der EM steuerte der technisch starke Spielmacher schon drei Treffer und zwei Assists bei. "Er zeigt immer wieder, wie wichtig er für uns ist, weil er Struktur in Spiel bringt, weil er torgefährlich ist und auch den letzten Pass spielen kann", lobte Wück seinen Schützling.

Majetschak, im zentralen Mittelfeld beheimatet, ist Kapitän und absoluter Führungsspieler bei den DFB-Junioren. In der U17-Bundesliga gelangen ihm in dieser Spielzeit satte 12 Tore, in Leipzig profitiert der "Sechser" von der offfensiven Ausrichtung, die in der RB-Philiosophie verankert ist.

Bei der EM musste sich Majetschak jedoch umstellen, wie Wück erklärte: "Das Offensivspiel, wie es in Leipzig praktiziert wird, ist hier nicht so möglich, weil die Gegenspieler sehr stark sind. Deshalb muss er die Defensivarbeit eher berücksichtigen."

Harter Weg bis zum Durchbruch

Ob einer der drei oder ein anderes Talent seines Teams schon in naher Zukunft in der Bundesliga zu sehen ein wird, vermochte Wück bei SPORT1 nicht vorauszusagen: "Das muss wirklich von Fall zu Fall entschieden werden. Aus persönlicher Erfahrung kann ich aber sagen, dass es einem U17-Spieler meist gut tut, schon mal in der A-Jugend eingesetzt zu werden."

Dass in der Vergangenheit Torjäger wie Richard Sukuta-Pasu, Lennart Thy oder Samed Yesil bei großen Juniorenturnieren bejubelt wurden und den ganz großen Durchbruch nicht schafften, dürfte Sturmtalent Arp Warnung genug sein, dass Talent allein nicht reicht.

"Es hängt immer auch vom Charakter eines Spielers ab", meinte Wück dazu. "Und die Entscheidung liegt natürlich auch immer beim Verein, da kann ich persönlich keinen Einfluss nehmen."

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