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Startet er an der Seite von Shkodran Mustafi? Antonio Rüdiger neben Bundestrainer Joachim Löw © Getty Images

Sotschi - Am Montag startet das DFB-Team gegen Australien in den Confed Cup in Russland. Über die Formation der Abwehr wird noch gerätselt. Das sind die Alternativen.

Er versucht es immer wieder.

Taktische Flexibilität ist eins der großen Steckenpferde von Bundestrainer Joachim Löw. Daher verlässt er in schöner Unregelmäßigkeit gewohnte Pfade - zum Beispiel, indem er seine Abwehr in der Dreierformation antreten lässt.

Auf dass der Gegner nicht weiß, womit er zu rechnen hat, wenn er gegen das DFB-Team antritt. Beim FIFA Confederations Cup in Russland (vom 17. Juni bis zum 2. Juli LIVE im TV bei SPORT1) ist genau das aufgrund des neu zusammengestellten Kaders ohnehin der Fall.

Aber Löw ist es alles andere als unrecht, dass er derzeit in Sotschi junge Leute dabei hat, die unvoreingenommen genug sind, sich auf taktische Neuerungen komplett einzulassen.

Zumal sich die Abwehr auf ihren Torhüter verlassen kann - gleich, welcher der drei mitgereisten Keeper im Tor steht. Bernd Leno, der im Auftaktspiel gegen Australien (Montag, ab 17 Uhr im LIVETICKER) seine Chance erhält, Marc-Andre ter Stegen und Kevin Trapp haben allesamt internationales Format.

Die Stärke der deutschen Torhüter sollte auch der jungen Abwehr Stabilität geben - und mithelfen, die taktischen Vorgaben Löws zu erfüllen.

"Wichtig ist, dass das Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive stimmt", lautet dessen Credo. Für Australien hat er folgende Abwehroptionen.

Viererkette:

War nach dem DFB-Rücktritt von Philipp Lahm 2014 die Außenverteidigung noch die große Baustelle, so ist sie inzwischen zu einer Stütze der deutschen Auswahl geworden. An Joshua Kimmich rechts und Jonas Hector links hinten führt kein Weg vorbei.

Der stellvertretende Kapitän Shkodran Mustafi ist in der Innenverteidigung gesetzt. Für die Viererkette fehlt nur noch sein Partner im Abwehrzentrum. "Die meisten Mannschaften kennen die Viererkette", sagt Antonio Rüdiger, der Favorit auf diesen Posten. "Gewisse Abläufe sind einfach da."

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Süle als robuste Alternative

Löw schätzt den schnellen Römer, der durch einen Kreuzbandriss 2016 um die sichere EM-Teilnahme gebracht wurde. Niklas Süle ist neu dabei und sah beim 1:1 gegen Dänemark nach der Umstellung auf die Viererkette deutlich besser aus als zuvor.

Robust im Zweikampf und kopfballstark ist auch er, verfügt dazu über einen strammen Distanzschuss. In Sachen Antritt hat aber Rüdiger deutlich die Nase vorn.

Dritte Option für den Platz neben Mustafi ist Matthias Ginter. Der Dortmunder ist technisch wohl der stärkste der drei. Deshalb kann er auch auf der Sechs spielen. Er wirkt allerdings manchmal etwas lethargisch und fehleranfällig.

Dreierkette:

Auch bei dieser Variante, bei der Löw einen der beiden Mittelfeldspieler vor der Abwehr opfern müsste, würde sich die Formation um Mustafi gruppieren.

Als der Londoner in Kopenhagen noch die Folgen einer Gehirnerschütterung auskurierte, sah das deutsche Trio aus Süle, Rüdiger und Ginter nicht gut aus. Ginter und Rüdiger servierten den Dänen in unschöner Koproduktion das Tor zum 1:0.

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"Die Dreierkette ist eine Formation, für die man eingespielt sein und gewisse Dinge auch einhalten muss", sagt Rüdiger. In der ersten halben Stunde von Kopenhagen hat Letzteres noch nicht so gut funktioniert. Am Einspielen wird seither gearbeitet.

Ginter gegen Australien wohl außen vor

Dass Löw in Russland die sehr offensive Dreierreihe vom 7:0 gegen San Marino aus Kimmich, Mustafi und Hector bringt, ist angesichts der Stärke der kommenden Gegner auszuschließen. Die beiden Außenverteidiger rücken stattdessen ins Mittelfeld vor.

In zwei von drei Spielen, die Löw seit der EM 2016 mit Dreierkette hat agieren lassen, stand Süle auf dem Platz. Der Hoffenheimer ist die halbrechte Position in dieser Formation auch aus dem Klub gewohnt und hat dort eine starke Saison gespielt.

"Da ich in Italien Dreier- oder Viererkette spiele, ändert sich für mich wenig", meldet auch Rüdiger Ansprüche an, den Löw bei den Dänen als Abwehrchef gebracht hatte.

Ginter dürfte gegen Australien erstmal außen vor sein. Aber da Löw nicht nur die taktische Variante, sondern auch das Personal in Russland durchwechseln will, bekommt auch der Dortmunder noch seine Chance.

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