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Köln - Nach holprigem Saisonstart dreht Leroy Sane bei Manchester City gewaltig auf. Sein Leistungssprung ändert auch sein Standing im Nationalteam.

Es war nicht der Sommer des Leroy Sane, ganz sicher nicht.

Zunächst gewann die Perspektivformation der Nationalmannschaft, der er wegen eine operativen Korrektur der Nasenscheidewand abgesagt hatte, mit Pauken und Trompeten den Confed Cup in Russland.

Dann kehrte sein Klubtrainer Pep Guardiola den Pädagogen raus und ließ ihn in den ersten fünf Saisonspielen der Premier League nur ein einziges Mal von Beginn an mitwirken.

Guardiola: "Sane hatte es nicht verdient zu spielen"

"Er hat keine gute Vorbereitung absolviert. Er war nicht gut in den Testspielen. Er hatte es nicht verdient zu spielen", begründete der Katalane seine Linie.

Die meisten Schlagzeilen hatte Sane in den heißen Monaten mit einem Tattoo von sich selbst in Jubelpose gemacht, das er sich über den gesamten Rücken hatte stechen lassen.

Die Sätze von Guardiola verfehlten ihre Wirkung schließlich nicht. Schon am vierten Spieltag der Premier League ließ Sane beim 5:0 gegen den FC Liverpool mit einem Doppelpack als Einwechselspieler aufhorchen.

Sane braucht den Druck

Am sechsten Spieltag stieg der ehemalige Schalker im Starensemble der Citizens zur Stammkraft auf. Und hat offenbar nicht vor, diesen Status wieder herzugeben. Sechs Tore und fünf Vorlagen hat Sane nach Spieltag elf auf dem Konto.

"Ich versuche, in jedem Spiel mein Bestes zu geben und mich dem Trainer aufzudrängen, mehr kann ich nicht machen", sagte der 21-Jährige jüngst. "Er treibt mich immer wieder an, mehr und härter an den Dingen zu arbeiten, die ich nicht so gut kann."

Guardiola habe sein Spiel komplett verändert und in vielerlei Hinsicht verbessert. "Pep hält den Druck hoch. Ich glaube, ich brauche das", sagte Sane.

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"Player of the Month" der Premier League?

Der Lohn Guardiolas blieb nicht aus. Kein Offensivakteur des mit acht Punkten Vorsprung auf den Stadtrivalen United souveränen englischen Spitzenreiters hat mehr Einsatzminuten in den vergangenen fünf Partien aufzuweisen.

"Er ist in der Premier League stabiler und robuster geworden", urteilte auch Bundestrainer Joachim Löw am Tag vor dem letzten Länderspiel des Jahres gegen Frankreich (Di., ab 20.45 Uhr im LIVERTICKER) auf SPORT1-Nachfrage.

Und fügte hinzu: "Er hat ja am Anfang ein bisschen gebraucht, hat sich dann aber nach und nach stabilisiert. Jetzt spielt er fast regelmäßig und hat Erfolgserlebnisse. Er ist ein wichtiger Spieler für Manchester City geworden."

Sane hat dermaßen beeindruckt, dass er sogar zu einem der fünf Kandidaten für den Spieler des Monats Oktober der Premier League gekürt wurde.

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Anerkennung von Kroos

Sein gestiegener Stellenwert auf der Insel  ist auch den Kollegen in der Nationalmannschaft nicht verborgen geblieben.

"Leroy spielt in England eine gute Rolle", erklärte Toni Kroos auf SPORT1-Nachfrage: "Deshalb bekommt er auch in der Nationalelf immer mehr Minuten und wird wichtiger. Eine Hierarchie bildet sich immer durch Leistung.“

Jeder könne auf diesem Weg seine Bedeutung steigern. Sane ist im Begriff, im mannschaftsinternen Ranking ein paar Plätze gutzumachen.

Löw: Sane hat seine Position verbessert

"Im letzten Jahr war Leroy bei uns noch nicht so wichtig", sagte Löw: "Aber er hat seine Position durch das eine oder andere Spiel verbessert, hat schon einen Schritt nach vorne gemacht.“

Ein Spieler wie Sane könne mit seiner Schnelligkeit und seiner Torgefährlichkeit den Unterschied ausmachen, befand der Bundestrainer.

Wird Sane also der Faktor X des deutschen WM-Kaders 2018? So wie Mario Götze im WM-Finale 2014?

Löw scheint auf jeden Fall mit ihm zu planen: "Die Art und Weise wie er spielt, wird für uns in Zukunft sehr gut sein."

Der nächste Sommer könnte daher durchaus zum Sommer des Leroy Sane werden.

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