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Der 75-jährige Giovanni Trapattoni soll nach Medienberichten Nachfolger von Claudio Ranieri als griechischer Nationalcoach werden

Athen und Köln - Das Desaster gegen die Färöer kostet Griechenlands Coach Claudio Ranieri den Job. Giovanni Trapattoni soll ihn wohl beerben.

Gut 13 Stunden nach der 0:1-Blamage gegen die Färöer (Bericht) war die Kurzzeit-Ära von Claudio Ranieri bei der griechischen Fußball-Nationalmannschaft beendet.

"Wir sahen keine andere Möglichkeit, als die Zusammenarbeit zu beenden", erklärte der hellenische Verband nach dem Rauswurf des Italieners.

Erst am 25. Juli war der Ex-Chelsea-Coach als Nachfolger von Fernando Santos vom WM-Teilnehmer erst verpflichtet worden.

Wie der "kicker" berichtet, soll Ranieris Nachfolger ein Landsmann sein: Giovanni Trapattoni.

Der 75-jährige Ex-Bayern-Trainer war zuletzt Nationaltrainer Irlands und soll schon vor der Blamage gegen die Färöer kontaktiert worden sein.

Dritte Hellas-Pleite in Serie

Sollte es Trapattoni tatsächlich machen, müsste der aber wohl zuvor mit der Katholischen Kirche klären, ob er sein Engagement als Trainer der Vatikan-Auswahl einschränken darf, die er seit 2010 nebenbei betreut.

Hellas hatte zum dritten Mal in Folge in der EM-Qualifikation zu Hause verloren und eine desolate Leistung gegen die Freizeitkicker von den Schafsinseln geboten.

Nach der Pleite gegen den 187. der FIFA-Weltrangliste belegt der Europameister von 2004 in der Gruppe F mit nur einem Punkt den letzten Platz. (DATENCENTER: Die EM-Qualifikation)

Wehmütig erinnern sich die griechischen Fans an die Erfolge ihrer Mannschaft unter Trainer-Ikone Otto Rehhagel, der vor zehn Jahren den Sensations-EM-Triumph in Portugal unter Dach und Fach gebracht hatte.

Fortan galt Rehakles als Fußball-Denkmal auf der Akropolis, Ranieri erfüllte nicht einmal ansatzweise die hohen Erwartungen.

Üppige Abfindung für kein halbes Jahr

Die Trennung vom 63-Jährigen hatte sich bereits am Freitagabend angedeutet.

"Nach dieser niederschmetternden Niederlage der Nationalmannschaft übernehme ich die komplette Verantwortung für die unglückliche Wahl des Trainers", hatte Verbands-Präsident Giorgos Sarris gesagt.

Schon am Samstagvormittag war der Vorstand des Verbandes zusammenkommen, um über die sportliche Krise zu beraten. Am Ende stand die Trennung vom Azzurri.

Allerdings kommt die Griechen die Entlassung von Ranieri teuer zu stehen. Der erfahrene Fußballlehrer, Ex-Coach unter anderem von AS Monaco, hat ein garantiertes Salär von 1,6 Millionen Euro für seinen Zweijahresvertrag in Griechenland.

Ranieri völlig ratlos

Ranieri hatte nach der Pleite ziemlich ratlos gewirkt.

"Es ist sehr schwer, einen Grund dafür zu finden, warum wir so schlecht gespielt haben", sagte der Coach, der in Italien unter anderem Juventus Turin, Inter Mailand, den SSC Neapel und AS Rom betreut hatte.

Ranieri übernahm die Verantwortung für das Debakel.

Er hatte zwar vor einem Schnellschuss des Verbandes gewarnt, war damit aber ganz offensichtlich auf taube Ohren gestoßen.

Erinnerungen an Österreich

Der hochverdiente Erfolg der Färöer erinnerte ein wenig an den 1:0-Triumph der Kicker aus dem hohen Norden 1990 gegen Österreich.

Die rot-weiß-rote Mannschaft wurde noch Jahre später als "Deppen-Elf" beschimpft.

Österreichs damaliger Teamchef Josef Hickersberger, ehemaliger Düsseldorfer und Offenbacher Bundesligaprofi, hatte einen Tag nach der Blamage seinen Rücktritt erklärt.

Färöer-Coach Lars Olsen nahm am Freitag auch Bezug zum Erfolg gegen die Österreicher vor 24 Jahren: "Das ist auf jeden Fall unser größter Sieg. Ich glaube, Griechenland ist im internationalen Fußball ein bedeutenderer Name als Österreich."

Joan Simun Edmundsson (61.) schoss den krassen Außenseiter zum Sieg. (Alle Quali-Spiele im TICKER zum Nachlesen)

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