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Sweden v Denmark - UEFA EURO 2016 Qualifier: Play-Off First Leg
Zlatan Ibrahimovic (r.) im Duell mit Simon Kjaer © Getty Images

Frankfurt am Main - Trotz großer Dominanz gegen Dänemark müssen Zlatan Ibrahimovic und Schweden um die EM-Teilnahme bangen. Der Superstar bekommt den Terror von Paris nicht aus dem Kopf.

Es hätte alles so schön sein können.

"Gott Zlatan" höchstpersönlich traf zum zwischenzeitlichen 2:0, der Erzrivale Dänemark lag am Boden und das Ticket für die EM 2016 war greifbar nah. "Wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste", sagte Superstar Zlatan Ibrahimovic nach dem 2:1 (1:0) der schwedischen Nationalmannschaft im Play-off-Hinspiel: "Aber wenn wir daheim ein Gegentor kassieren, verschafft ihnen das einen Vorteil."

In der 80. Minute geschah genau das, als Dänemarks Nicolai Jörgensen eine Unachtsamkeit der schwedischen Abwehr nutzte und den Endstand markierte.

Chancenauswertung Schwedens Makel

Vor der zweiten Begegnung am Dienstag (20.45 Uhr) in Kopenhagen ist damit vollkommen offen, wer im kommenden Jahr an der Endrunde in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) teilnehmen darf. "Wenn wir aber so auftreten wie im Hinspiel", stellte Ibrahimovic klar, "dann haben wir sehr gute Chancen."

Die forsche und selbstbewusste Vorstellung am Samstag in Solna dürfte die "Tre Kronor" tatsächlich darin bestärken, nach dem bitteren K.o. in der WM-Ausscheidung vor zwei Jahren das bessere Ende für sich zu haben.

Immer wieder schnürten die Gastgeber die Dänen ein - dass nur Emil Forsberg (45.) vom Zweitligisten RB Leipzig und Ibrahimovic (50./Foulelfmeter) trafen, war der einzige Makel.

Ibrahimovic denkt an Paris

"Wir hätten ein oder zwei Tore mehr schießen können", sagte Forsberg nach der Partie: "Aber ich denke, wir haben ein gutes Spiel gezeigt, auch wenn wir am Anfang ein bisschen vorsichtig und nervös waren."

Eine gewisse Hektik war im Spiel der technisch besseren Schweden in der Tat zu erkennen, auch der ansonsten selbstsichere Ibrahimovic benötigte einige Anlaufzeit.

"Ich habe mich ja versucht, voll und ganz auf das Spiel zu konzentrieren. Aber das fiel mir sehr schwer", sagte der 34-Jährige, der bei Paris St. Germain spielt, mit Blick auf die "tragischen und traurigen" Vorfälle tags zuvor in der französischen Hauptstadt.

Schmeichel hält Dänemark im Rennen

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebten auch die dänischen Profis - vor allem aber nach dem Spiel und auch primär wegen der Ereignisse während des hochklassigen Duells.

"Wir sind nie glücklich, wenn wir verlieren", sagte Trainerlegende Morten Olsen. Der 66-Jährige, der spätestens nach der EM aufhören wird, erklärte aber, "dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sein können. Unser Tor garantiert Spannung für das Rückspiel."

Wahrscheinlich muss sich Olsen dann erneut auf seinen Schlussmann Kasper Schmeichel verlassen. Der Sohn von Torhüter-Legende Peter Schmeichel erwies sich als großer Rückhalt, vereitelte zahlreiche Großchancen.

"Das ist ja auch mein Job", sagte der 29-Jährige schmunzelnd: "Ich freue mich auf das Rückspiel. Wir haben zwar verloren, aber ich bin optimistisch."

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