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Republic of Ireland v Bosnia and Herzegovina - UEFA EURO 2016 Qualifier: Play-Off Second Leg
Jon Walters (r.) schnürte ein Doppelpack gegen Bosnien-Herzegowina © Getty Images

Ein umstrittener Elfmeter öffnet Irland im Playoff-Rückspiel gegen Bosnien die Tür zur EURO 2016. Die Gäste scheitern trotz mehrerer Bundesliga-Stars.

Für Bosniens Bundesliga-Stars ist der Traum von der Euro-Premiere geplatzt, stattdessen darf Irland über das Frankreich-Ticket jubeln.

Die Iren setzten sich im Play-off-Rückspiel in Dublin mit 2:0 (1:0) durch, nachdem das erste Duell 1:1 geendet hatte. Dabei hatten die "Boys in Green" allerdings Glück, dass ihnen ein höchst zweifelhafter Handelfmeter gewährt wurde.

Während die Bosnier damit zwei Jahre nach ihrem WM-Debüt nur Zuschauer sein werden, dürfte die EM wie schon 2012 zur stimmungsvollen Eire-Party werden.

Jonathan Walters von Stoke City traf im Doppelpack (24. Handelfmeter/70.) und sicherte den Iren, die in ihrer Qualifikations-Gruppe Platz drei hinter Deutschland und Polen belegt hatten, das drittletzte Endrunden-Ticket.

Irland ist damit zum dritten Mal nach 1988 und 2012 beim Final-Turnier dabei. Bei den beiden vorigen Teilnahmen war das Team von der Grünen Insel in der Vorrunde gescheitert.

Ibisevic nur auf der Bank

Bosniens Trainer Mehmed Bazdarevic hatte den Hamburger Emir Spahic und Schalkes Sead Kolasinac in seiner Startelf aufgeboten, Ermin Bicakcic (Hoffenheim), Toni Sunjic (Stuttgart) und Vedad Ibisevic (Hertha) saßen zunächst auf der Bank.

Dafür konnte Stürmerstar Edin Dzeko trotz Leistenproblemen von Beginn an mitwirken, doch auch mit dem Ex-Wolfsburger fehlte den Gästen die Durchschlagskraft.

Die Iren, bei denen Rekord-Nationalspieler und -Torschütze Robbie Keane zunächst draußen blieb, bestimmten das Spiel und kamen durch Walters Elfmetertreffer zur verdienten Führung.

Vom Ball weggedreht

Ervin Zukanovic hatte zuvor den Ball im Strafraum unabsichtlich an die Hand bekommen und sich dabei sogar vom Spielgerät weggedreht. Trotz aller bosnischen Proteste entschied Schiedsrichter Björn Kuipers auf Strafstoß.

Irland - Bosnien
Die umstrittene Szene: Der Ball streift im Strafraum die Hand von Bosniens Ervin Zukanovic © Imago

Irland hätte noch vor der Pause nachlegen können, als Bosniens Schlussmann Asmir Begovic den Iren Wes Hoolahan beim Klärungsversuch anschoss (35.).

Latte rettet in Nachspielzeit

Nach der Pause probierte es Bosnien mit dem Mute der Verzweiflung, hatte in der 54. Minute eine gute Chance, als Senad Lulic nach einer Dzeko-Hereingabe kläglich vergab. Walters zweiter Treffer nach einem Freistoß von Robbie Brady zog den Bosniern dann aber endgültig den Zahn.

Kurz vor Schluss verhinderte die Latte noch den Anschlusstreffer für die Gäste.

Durch Irlands Triumph sind vier der fünf Vertreter von den britischen Inseln im kommenden Sommer in Frankreich dabei. Vor den Iren hatten sich bereits England, Wales und Nordirland qualifiziert, lediglich Schottland war in der deutschen Gruppe gescheitert.

Kroatien bleibt der einzige Endrunden-Teilnehmer aus dem früheren Jugoslawien. Am Dienstag könnte noch Slowenien folgen, muss aber ein 0:2 gegen die Ukraine wettmachen. Um das letzte Ticket kämpfen ebenfalls am Dienstag Dänemark und Schweden (Hinspiel 1:2). 

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