Selbstbewusste Polen, mauernde Ukrainer und Nordiren auf nationaler Mission: Deutschland bekommt es bei der EM mit drei unterschiedlichen Gegnern zu tun. SPORT1 stellt sie vor.

Ein Wiedersehen mit Polen und Robert Lewandowski, ein Duell gegen Mauer-Gegner Ukraine und eine Pflichtaufgabe gegen den krassen Außenseiter Nordirland: Deutschland erwartet bei der EM-Endrunde drei völlig unterschiedliche Gruppenspiele.

SPORT1 stellt die Gegner der DFB-Elf vor. (Spielplan der EM 2016)

Polen

Im zweiten Gruppenspiel kommt es zum Wiedersehen mit dem Gegner aus der Qualifikation. Auf dem Weg zum Gruppensieg wahrscheinlich der gefährlichste Rivale für das Löw-Team.

Nach starken Auftritten in der Quali, vor allem aber durch den 2:0-Triumph gegen Deutschland im Hinspiel strotzt das Team von Trainer Adam Navalka nur so vor Selbstbewusstsein. In Frankreich wollen die Weiß-Roten die beste Europameisterschaft in der Geschichte ihres Landes hinlegen.

ROBERT LEWANDOWSKI (Polen)
Robert Lewandowski schoss Polen mit seinen Toren zur EM © Getty Images

Dreimal (1960, 2008 und 2012) konnte sich Polen bisher für die EM-Endrunde qualifizieren - zweimal kam das Aus in der Vorrunde, einmal im Achtelfinale. Jetzt soll erstmals der Sprung in die Runde der letzten Acht gelingen.

In erster Linie ruhen die Hoffnungen dabei auf Robert Lewandowski. Nach Skispringer Adam Malysz haben die Polen wieder einen Weltklasse-Sportler als Aushängeschild. Die heimischen Medien verehren ihn als "Supermann". "Robert gibt unserem Spiel das besondere Etwas", sagt Coach Navalka. Der Kapitän egalisierte in den Quali-Spielen mit 13 Toren die Bestmarke des Nordiren David Healy vor der EM 2008. 

Mit Sicherheit wird der Stürmer von Bayern München auch bei der Euro zu den Topstars zählen. 

Deutsche Bilanz gegen Polen: 20 Spiele, 13 Siege, 6 Unentschieden, 1 Niederlage - einzige Pleite: 0:2 im Oktober 2014

Nordirland

Harte Arbeit, Leidenschaft, Kampf und natürlich George Best - das sind wohl die ersten Schlagworte, die dem Fußballfan zu Nordirland in den Sinn kommen. Dass das längst nicht mehr alles ist, was die nordirische Auswahl zu bieten hat, hat die Qualifikation gezeigt.

Nicht umsonst hat das Zwergenland die Gruppe F mit Gegnen wie Rumänien, Ungarn und Ex-Titelträger Griechenland für sich entschieden. Nur eine Niederlage setzte es in den zehn Quali-Spielen. 

In Nordirland entfachte das Team eine Fußball-Euphorie, die zuletzt zu Zeiten von Ikone George Best erleben durfte. Die Spieler sind längst Volkshelden, nie gingen mehr grüne Nationaltrikots über den Ladentisch. Nach dem Erreichen der Endrunde jubelte Defensivspezialist Steven Davis: "Das ist das Stoff, aus dem Träume sind. Wir haben davon geträumt, und die Hoffnungen haben sich erfüllt."

Bei allem Enthusiasmus ist klar, dass die Nordiren bei der Endrunde zu den absoluten Außenseitern gehören. Kein qualifiziertes Team weist einen schlechteren UEFA-Koeffizienten auf (22,61). Doch genau in dieser Rolle fühlen sich die Mannen von Michael O'Neill pudelwohl.

Nordirland bei den UEFA EURO 2016 Qualifiers
Nach der geglückten EM-Quali war die Freude in Nordirland groß © Getty Images

Der Trainer hat für die Spiele in Frankreich die Marschroute ausgegeben: "Wir wollen unser Volk stolz machen." Allein das könnte die Nordiren zu einem sehr ungemütlichen Gegner machen.

Deutsche Bilanz gegen Nordirland: 14 Spiele, 8 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen. Letzte Niederlage: 0:1 im November 1983

Ukraine

Für viele Beobachter ist der Fußball in der Ukraine so wie die dortigen klimatischen Verhältnisse im Winter: kalt, ungemütlich, tristesse. Dass dieses Bild vielfach von Vorurteilen geprägt ist, zeigt nicht nur das starke Abschneiden von Dynamo Kiew in der Champions League. 

Der ukrainische Meister kämpfte lange mit dem FC Chelsea um den Gruppensieg, ließ immerhin FC Porto hinter sich. In Ansätzen erinnert das Team wieder an die glorreichen Zeiten unter Topstürmer Andrij Schewtschenko. Und was ist mit der Nationalmannschaft?

Auch die hat in der Qualifikation durchaus überzeugt. Nach Platz drei in der Gruppe hinter Spanien und der Slowakei, sicherte sich das Team von Coach Mykhaylo Formenko in den Play-Off-Spielen gegen Slowenien eines der letzten EM-Tickets.

Besonders beachtlich: In zehn Quali-Spielen kassierte die Ukraine ganze vier Gegentreffer, in den beiden Relegationsspielen kam lediglich ein weiterer hinzu. Deutschland wird sich auf einen mauernden Gegner einstellen müssen. 

Die Bayern-Spieler im DFB-Kader werden auf einen ehemaligen Kollegen treffen: Anatoli Timoschtschuk ist mit 141 Länderspielen Rekordnationalspieler seines Heimatlandes.

Deutsche Bilanz gegen die Ukraine: 5 Länderspielen: 2 Siege, 3 Remis - zuletzt 3:3 im November 2011.

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